Die Autobahn.

Mein Liebster und ich sind auf dem Weg in den Süden. Er fährt, ich sitze auf dem Beifahrersitz und der Hund hat es sich auf der Rückbank bequem gemacht. Dort döst unsere kleine Pudeldame friedlich vor sich hin.

Wir sind heute früh aufgestanden. Für meinen Geschmack sogar etwas zu früh, aber die Müdigkeit wurde schnell durch Vorfreude abgelöst. Nach einer Dusche und dem Verfrachten des Gepäcks ging es direkt los. Erster Stop: der Bäcker. Heute muss es etwas Feines geben. Zum Beispiel ein leckeres Franzbrötchen für die Fahrt. Und einen Kaffee zum Mitnehmen!

Einige Stunden später und hunderte Kilometer weiter südlich nähern wir uns Baden Württemberg. Zu meinen Füßen sammeln sich mittlerweile nicht nur Bäckertüten und Kaffeebecher, sondern auch unzählige weitere Verpackungen, die Lebensmittel beinhalten. Auf einer achtstündigen Autofahrt darf man schließlich nicht verhungern. Ich gucke aus dem Fenster und lasse die Umgebung auf mich wirken.

Hier ist es ganz anders als bei uns im Norden. Nicht so flach. Viele Wälder, Berge und lange Brücken, die über Schluchten und Täler führen, erstrecken sich hier. Nach jedem Überqueren bin ich dankbar, dass die Brücken nicht unter uns eingestürzt sind. Ich weiß, die Chancen stehen nicht hoch, aber ich finde es beängstigend über ein so hohes Nichts zu fahren. Dennoch genieße ich die Aussicht. Hier sieht man überall kleine verstreute Orte, mit Häusern und hohen Kirchen. Liegen Orte immer so dicht beieinander? Wenn ich mit dem Auto von Dorf zu Dorf fahre, kommt es mir vor als würden sie weiter voneinander entfernt sein.

Ich gucke nach links und schaue meinen Liebsten an, der konzentriert auf den Verkehr achtet. Wir haben nun schon längere Zeit nicht geredet, aber das ist nicht schlimm. Das Radio läuft und ansonsten herrscht ein angenehmes Schweigen. Alles wurde gesagt und wir verbringen die Fahrt zusammen. Trotz des Verkehrs und der langen Strecke sind wir tiefenentspannt.

Wir wissen, vor uns liegen ein paar freie Wochen und in dieser Zeit können wir tun und lassen, was wir wollen. Wir machen das worauf wir Lust haben, schlafen aus, besuchen Verwandte in der Schweiz und gehen vielleicht schick in Luzern essen. Genau am Wasser und mit Blick auf die schneebedeckten Berge. Wonach uns eben der Sinn steht.


Der Writing Friday ist ein Projekt, das von der lieben Read Books and Fall in Loveins Leben gerufen wurde. Dabei gibt es für jeden Freitag im Monat ein Thema, zu dem man etwas schreiben darf. Wahr, ausgedacht, lang, kurz, Gedicht oder nicht — das kann sich jeder selbst überlegen; Hauptsache man schreibt. Bei so einem Projekt schließe ich mich gerne an und schaue, was dabei herauskommt. Bitte erwartet hier aber keine hohe Form von Literatur.

Dieser Text ist zum Thema Dein Begriff von Freiheit entstanden.

Janika Zeilenwanderer Signatur

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