Writing Friday:
Die Prinzessin

Hey Leute, heute übernehme ich – Peony – das Ruder! Janika hat schon viel von mir erzählt, aber lasst euch eins sagen: Ich bin noch viel cooler, als ihr eh schon denkt. Ich hab Janika nämlich voll und ganz im Griff. Ich muss sie nur mit meinen schönen, kastanienbraunen Augen angucken – na gut, oder sie auch mal mit meiner Pfote hauen –, schon macht sie, was ich will. Klasse, oder? Heute ist ein ziemlich guter Tag auf Zeilenwanderer, denn ich gebe euch einen Einblick in mein Leben. Was gibt es Besseres? Ich weiß, ich klinge vielleicht ein bisschen selbstverliebt, aber soll ich euch ein Geheimnis verraten? Alle sind in mich verliebt, wollen mich knuddeln, mit mir spazieren gehen oder mich mit Leckerlis verwöhnen. Da wächst das Ego automatisch, ich kann da gar nichts für.

pudelmischling

Also lasst uns beginnen, Leute! Mein Tag beginnt momentan gegen neun Uhr morgens. Da wird Janika nämlich wach und ich freue mich schon so sehr darauf, endlich den Tag zu beginnen. Seitdem der Herzmann in der Schweiz lebt, darf ich wieder bei Janika im Bett schlafen. Das ist supercool, denn ich mag’s gemütlich und kuschelig. Janika sagt, ich darf das nur, weil ich keine Haare verliere – ein Glück stamme ich vom Pudel ab! Ich schlummere selbst gerne lange, aber wenn Janika wach ist, bin ich auch sofort wach. Außer wenn Janika vor acht Uhr aufsteht. Das find ich doof und dann darf sie lieber alleine aufstehen, während ich noch döse. Aber egal, wann sie aufsteht: Zuerst muss ein Morgenschmuser her und wir kuscheln ein bisschen. Ich liebe morgendliche Streicheleinheiten und drehe mich dabei meistens genüsslich auf den Rücken und strecke mich noch mal richtig durch. Dabei landet auch schon mal eine meiner langen Patsche-Pfoten in Janikas Gesicht, aber das kann sie ab.

Irgendwann nach neun stehen wir wie gesagt auf. Ich will am liebsten sofort die Treppe hinunterdüsen, um in den Garten zu gehen, aber Janika geht immer erst kurz ins Bad, deswegen warte ich an der Treppe auf sie. Wenn sie aus dem Badezimmer kommt, gucken wir uns kurz an und ich weiß durch den Blickkontakt, dass es sich endlich lohnt, die Treppe runterzugehen. Ich mein, was soll ich alleine unten, wenn Janika noch oben ist? Ich bin am liebsten da, wo sie auch ist!

Nachdem ich draußen war und erstmal abgecheckt habe, ob unser Rasen auch noch katzen- und vogelfrei ist – so wie es sein sollte –, geht der Tag gemütlich weiter. Momentan sieht dabei jeder Tag anders aus, was ich spitzenklasse finde. Oft gehen wir zusammen zur Post und Janika bringt ein paar Pakete weg oder wir machen einen Ausflug mit der Straßenbahn! Zuhause helfe ich Janika wo ich kann. Ich helfe ihr beim Hausputz, beim Packen der Umzugskartons und auch beim Bewachen des Hauses. Das Haus zu bewachen macht mir am meisten Spaß. Ich lege mich gerne vor unsere Eingangstür und gucke hinaus. Von da aus sehe ich nämlich jeden Eindringling. Aber ich gucke auch gerne in den Garten und auf die Wiese dahinter. Dort geht nämlich ganz schön viel ab! Letztens ist die Nachbarskatze doch tatsächlich bis auf unsere Terrasse vorgedrungen. Die durfte sich was anhören, das könnt ihr mir glauben. Geht ja gar nicht!

Besonders gerne koche ich auch mit Janika zusammen. Da habe ich natürlich alles geschickt arrangiert, sodass sie die ganze Arbeit macht und ich zugucken darf. Ich versuche dann, ihr nicht im Weg zu stehen und setze mich in eine Ecke, von der aus ich genau mitkriege, wenn sie etwas fallen lässt. Nachmittags schlafe ich aber auch sehr viel. Was ist ein Tag denn auch ohne ein gehöriges Mittagsschläfchen? Ein schlechter Tag, genau!

pudel schläft

Nachmittags gehen wir immer die große Runde am Wasser. Die macht mir am meisten Spaß. Auch wenn ich die Strecke sehr oft gehe, gibt es immer Neues zu erschnüffeln und bei besonders gutem Wetter, gehen Janika und ich baden. Ich traue mich noch nicht allzu weit rein, aber ich werde jedes Mal mutiger, was Janika unheimlich stolz macht und mir eine Menge Leckerlis beschert, hehehehe. Ich liebe Leckerlis. Und wisst ihr, wen ich auch liebe? Raudi! Raudi ist der heiße Pudel aus der Nachbarschaft und ich bin ganz aufgeregt, wenn ich ihn aus der Entfernung sehe. Er sieht genauso aus wie ich, deswegen fällt er mir jedes Mal sofort auf. Meistens sind wir aber beide zu schüchtern, um uns wirklich nahe zu kommen. Wir stehen dann einfach nur direkt voreinander – wirklich direkt Nase an Nase –, gucken uns an und wedeln wie verrückt mit unseren Ruten. Hoffentlich sehe ich Raudi bald wieder, er ist echt ein Hingucker!

peony schwimmt

Um halb acht abends ist meine liebste Tageszeit! Wisst ihr, wieso das so ist? Endlich gibt es Essen! Jeden Tag verhungere ich nämlich fast. Es ist wirklich furchtbar und ich leide sehr. Tagein, tagaus, das gleiche Spiel. Ich bin dauerhungrig, aber Janika sieht es einfach nicht. Dabei reagiere ich immer überdeutlich, wenn sie die Worte »Hunger« oder »Leckerli« sagt. Sie muss doch wissen, wie hungrig ich bin! Immer! Jedenfalls ist es um halb acht endlich soweit. Manchmal versuche ich, Janika auch schon eine Stunde vorher dazu zu bringen, mir mein Futter rauszuholen. Sie sagt dann aber immer nur: »Peony, es ist noch nicht soweit!« Wenn sie wüsste, wie das ist! Sie kann ja alleine an den Kühlschrank …

Nach dem Essen bin ich immer ganz besonders glücklich. Oft bin ich ganz aufgekratzt und will spielen. Am liebsten mit meinem Stoffschaf. Ich reiße ein bisschen dran rum, schüttle es und bring es zu Janika. Sie soll es werfen. Aber bitte nur zweimal, danach bin ich gelangweilt und hab keinen Bock mehr. Danach kehrt Ruhe ein. Janika und ich kuscheln uns meistens unter eine Decke aufs Sofa und ich döse schon etwas vor mich hin. Wisst ihr, was dabei unerlässlich ist? Kontaktliegen. Ich muss nicht immer gestreichelt werden, aber ich brauche immer Kontakt zu Janikas Körper, selbst wenn sich nur unsere Beine berühren ist das schön. Dann fühle ich mich am wohlsten und auch am sichersten.

Meistens gehen wir zwischen zehn und elf Uhr nach oben. Ich habe dann oft keine Lust mehr, ein weiteres Mal die Treppen hochzusteigen und bleibe stur vor der Treppe stehen. Janika dann so: »Peony, ernsthaft? Wir wollen hoch, los gehts!« Ich dann so: »Nö, man. Du kannst mich tragen, hab kein Bock, Alte.« Janika ist ein Geschöpf, das ich unter meiner Kontrolle habe. Sie knickt schnell ein und gibt sofort nach, wenn ich etwas möchte. Nachdem ich also die Treppe hochgetragen wurde, gönne ich mir ein Mitternachtsschlückchen und schwupsdiwups liege ich schon wieder im Bett. Zum Einschlafen kuschle ich mich am liebsten an Janikas Bauch. Da ist es nämlich schön warm und kuschelig. Und mit der Decke über uns wirkt es fast so als sei ich in einer echten Höhle! Puh, ich bin dann auch schon ganz schön müde und döse schnell weg. Tja, und das war’s eigentlich auch schon! Ihr seht, mir geht’s hier ziemlich gut und ich freue mich auf jeden Tag.


Der Writing Friday ist ein Projekt, das von der lieben Read Books and Fall in Love ins Leben gerufen wurde. Dabei gibt es für jeden Freitag im Monat ein Thema, zu dem man etwas schreiben darf. Wahr, ausgedacht, lang, kurz, Gedicht oder nicht — das kann sich jeder selbst überlegen; Hauptsache man schreibt. Bei so einem Projekt schließe ich mich gerne an und schaue, was dabei herauskommt. Bitte erwartet hier aber keine hohe Form von Literatur.

Dieser Text ist zu dem Thema Schreibe aus der Sicht deines Haustiers entstanden.

Janika Zeilenwanderer Signatur

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Comments

  • Elizzy

    September 10, 2018 at 15:58
    Antworten

    Liebste Janika und zuckersüsse Peony! Welch ein wundervoller Tagesablauf, das hört sich so fabelhaft an und ich freue mich ja schon riesig wenn ich euch beide dann mal hier treffe! :D *Zählt die Tage* Ich hoffe ja sehr, dass sich unsere beiden dann auch gut verstehen werden :D

    • Janika
      to Elizzy

      September 13, 2018 at 8:59
      Antworten

      Liebe Elizzy, vielen lieben Dank, Peony und ich freuen uns über deine lieben Worte. Da freuen wir uns auch schon richtig drauf. Lange ist es ja nicht mehr hin, dann geht es los! Die Hunde werden sich sicherlich gut verstehen. Peony kann eigentlich mit jedem Hund super auskommen :) Alles Liebe, […] Read MoreLiebe Elizzy, vielen lieben Dank, Peony und ich freuen uns über deine lieben Worte. Da freuen wir uns auch schon richtig drauf. Lange ist es ja nicht mehr hin, dann geht es los! Die Hunde werden sich sicherlich gut verstehen. Peony kann eigentlich mit jedem Hund super auskommen :) Alles Liebe, Janika Read Less

  • Isabel

    September 10, 2018 at 12:35
    Antworten

    Liebe Janika, eine wirklich schöne Geschichte. An manchen Stellen zauberte sie sogar ein kleines Schmunzeln aufs Gesicht. Da kann mein Goldfisch Nemo nicht mithalten, obwohl er bestimmt auch viel zu erzählen hätte, wenn man ihn nur lassen würde ☻ Liebe Grüße Isabel

    • Janika
      to Isabel

      September 13, 2018 at 9:02
      Antworten

      Liebe Isabel, danke dir! Hahahaha, stimmt! Aber Nemo führt sicherlich auch ein tolles Leben :) Alles Liebe, Janika

  • Katharina

    September 8, 2018 at 23:27
    Antworten

    Hey Janika und Peony, ich musste beim Lesen abwechselnd grinsen und ein "Nein, wie niedlich!" hervorstoßen. Sehr schön beschrieben. Ich befürchte Haustiere sind meist die heimlichen Herrscher des Haushalts. Mein Katerchen auch. Wollte mich nächste Woche mal an dem Thema versuchen. ;) Grüße, Katharina.

    • Janika
      to Katharina

      September 9, 2018 at 18:11
      Antworten

      Liebe Katharina, ach, das freut mich aber zu hören :) Wie lieb von dir! Oh, dass dein Kater der Boss ist, glaub ich dir sofort! Die sind ja aber auch so niedlich :) Alles Liebe, Janika

  • Tina

    September 8, 2018 at 21:09
    Antworten

    Hey Peony, Mensch, dein Leben ist spannend. Und jetzt bloggst du auch noch! Verrückt. Diego werde ich wohl nicht dazu bekommen. Er findet das geschreibe eher langweilig, wie jetzt gerade. Ich werde wohl dann zum Spielen antanzen müssen, denn Diego hat mich genauso gut im griff wie du Janika. Nur, was wären […] Read MoreHey Peony, Mensch, dein Leben ist spannend. Und jetzt bloggst du auch noch! Verrückt. Diego werde ich wohl nicht dazu bekommen. Er findet das geschreibe eher langweilig, wie jetzt gerade. Ich werde wohl dann zum Spielen antanzen müssen, denn Diego hat mich genauso gut im griff wie du Janika. Nur, was wären wir ohne euch? Auf jeden Fall viel schlechter dran. Liebe Grüße Tina Read Less

    • Janika
      to Tina

      September 9, 2018 at 19:45
      Antworten

      Liebe Tina, Peony hat mit dem Bloggen bereits aufgehört, sie stimmt dir aber voll und ganz zu. Und ich dir auch. Ohne die Hunde wäre das Leben echt um einiges trostloser! Alles Liebe, Janika

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