Writing Friday: Wie in guten alten Zeiten

Ein Tag ohne Smart­phone und Inter­net. Wie sähe er aus? Anders als unser nor­ma­ler All­tag? Defi­ni­tiv. Aber wäre es schlimm? Ich denke nicht. Heute gibt es eine kleine Über­le­gung meiner­seits wie so ein Tag aus­sehen wür­de. Und ganz so an­ders wäre dieser Ab­lauf nicht. Mein Handy­wecker ist der dritte Wecker am Morgen. Zuerst wache ich näm­lich durch die auf­gehen­de Sonne und das damit ein­her­gehen­de Vogel­kon­zert auf. Dann folgt der ana­lo­ge Wecker, der mich in der Regel noch weiter­schlummern lässt, da ich weiß, dass der Handy­wecker als fina­ler Wecker klingeln wird. Ich stehe also beim zweiten Wecker auf, mache mich wie immer fertig und bege­be mich an­schlie­ßend auf den Weg zur Ar­beit. Ver­mut­lich würde ich das sogar alles deut­lich schneller hin­krie­gen als in der Regel, da ich mich nicht durch mein Handy ab­len­ken lasse.

Das gilt auch für die Fahrt. Die würde ich wie immer lesend ver­brin­gen, aller­dings ohne kleine Unter­bre­chun­gen mit Blicken aufs Handy und auch ohne ruhige Musik, die ich beim Lesen gerne höre. Vielleicht hätte ich beim Lesen in der Straßen­bahn da­durch so­gar etwas Pro­bleme, da in den öffent­lichen Ver­kehrs­mitteln gerne mal ein Laut­stärke­pegel herrscht, der mich stört. Auf der Ar­beit selbst könnte ich viele meiner Tä­­tig­kei­ten entspannt ausüben, viele aber nicht und eigent­lich würde ich gar nicht zu meinem jetz­igen Arbeit­geber gehen, denn die ge­sam­te Exis­tenz unse­rer Firma wäre ohne Inter­net nicht mög­lich.

Da ich zurzeit nur Teil­zeit arbeite, wäre ich am frühen Nach­mittag wieder zu­hau­se. Es würde ge­kocht werden und ich würde mich be­schäf­tigen – so wie ich es jetzt auch tue: mit dem Hund spa­zie­ren gehen, lesen, gärt­nern, mich um den Haus­halt kümmern, Freun­de treffen. Und seit neues­tem wieder musi­zie­ren und Kerzen selber machen. Das Ein­zige, was sich für mich nach­mittags wirk­lich ändern würde, wäre – wie den ge­sam­ten Tag über – der nicht vor­han­dene Blick auf die so­zia­len Medien. Und na­tür­lich das Bloggen. Bloggen tue ich nämlich meis­tens nach­mittags und ohne Internet gäbe es Zeilen­wanderer in seiner gan­zen Form nicht. Viel­leicht hätte ich statt­dessen ja ein aus­führ­liches Book Journal. Möglich wär’s!

Den Abend würde ich ver­mut­lich am Tele­fon oder mit Freun­den ver­brin­gen. Ein­fach weil ich das früher auch so ge­macht habe und meine bes­ten Freunde nicht in Bremen leben. Genau­so wenig wie meine Familie. Da man sich aber dennoch aus­tau­schen und die Be­ziehun­gen pfle­gen möchte, würde ich wohl lange, lange, lange tele­fonie­ren. Vor dem Schlafen­gehen würde ich mit dem Hund noch eine Run­de drehen, lesen und dann die Augen schlie­ßen. Eigent­lich klingt das auch gar nicht so schlecht. Eigent­lich auch gar nicht so viel an­ders als bis­her. Würden mein Freund und ich gerade keine Fern­be­ziehung führen, würde ich den Abend na­tür­lich auch mit ihm ver­brin­gen. Viel­leicht würden wir öfter Karten spielen. Wer weiß? Ich glaube, ich würde den Tag mehr aus­kosten und weniger Zeit mit irre­levan­ten Dingen ver­schwen­den.


Der Writing Friday ist ein Projekt, das von der lieben Read Books and Fall in Love ins Leben gerufen wurde. Dabei gibt es für jeden Freitag im Monat ein Thema, zu dem man etwas schreiben darf. Wahr, ausgedacht, lang, kurz, Gedicht oder nicht — das kann sich jeder selbst überlegen; Hauptsache man schreibt. Bei so einem Projekt schließe ich mich gerne an und schaue, was dabei herauskommt. Bitte erwartet hier aber keine hohe Form von Literatur.

Dieser Text ist zu dem Thema Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde entstanden.

Janika Zeilenwanderer Signatur

8 comments
13 likes
Letzter Post: Mit tollen Neuerscheinungen in den JuniNächster Post: Sonntagszeilen: Busy Bee

Related posts

Comments

  • Ida

    Juni 9, 2018 at 9:52
    Antworten

    Hi liebe Janika! Eigentlich ist es wirklich mal ganz schön, darüber nachzudenken, wie sehr einen das Internet im Alltag beeinflusst. Das merke ich jedes Mal, wenn man unterwegs eigentlich per WhatsApp erreichbar sein sollte - und ich es nicht bin, weil ich unterwegs kein Internet habe. Das ist einerseits entspannend, […] Read MoreHi liebe Janika! Eigentlich ist es wirklich mal ganz schön, darüber nachzudenken, wie sehr einen das Internet im Alltag beeinflusst. Das merke ich jedes Mal, wenn man unterwegs eigentlich per WhatsApp erreichbar sein sollte - und ich es nicht bin, weil ich unterwegs kein Internet habe. Das ist einerseits entspannend, weil ich in der Zeit lese oder meine Umgebung betrachte, aber wenn mich jemand erreichen will, muss er es oldschool per Anruf oder Sms tun. Ich glaube... ohne Internet säße ich auch sehr viel disziplinierter an meiner Arbeit für die Uni - da lasse ich mich echt gerne ablenken. -.- Liebste Grüße, Ida Read Less

    • Janika
      to Ida

      Juni 10, 2018 at 14:38
      Antworten

      Liebe Ida, genauso sehe ich es auch. Ich glaube auch, dass man allgemein disziplinierter an allem sitzen würde. Egal, was man macht. Aufräumen, kochen, Freunde treffen, Uni, Arbeit, etc. Man hat das Handy ja eigentlich immer mit... Liebe Grüße, Janika

  • Stella

    Juni 9, 2018 at 7:25
    Antworten

    Hi Janika :) es ist schon verrückt, wie viel Zeit man heutzutage am PC, am Smartphone, Tablet oder Laptop verbringt. Ich ertappe mich selbst immer mal wieder beim Lesen, denn auch hier greife ich ab und an zum Handy. Deswegen lege ich Abends jetzt auch immer bewusst das Handy weg […] Read MoreHi Janika :) es ist schon verrückt, wie viel Zeit man heutzutage am PC, am Smartphone, Tablet oder Laptop verbringt. Ich ertappe mich selbst immer mal wieder beim Lesen, denn auch hier greife ich ab und an zum Handy. Deswegen lege ich Abends jetzt auch immer bewusst das Handy weg und versuche so zur Ruhe zu kommen und mich zu entspannen. Abends gibt es bei uns immer ein Amselkonzert vor dem Schlafen ♥ Ein schöner Beitrag! Liebe Grüße an Dich, Stella Read Less

    • Janika
      to Stella

      Juni 10, 2018 at 12:32
      Antworten

      Liebe Stella, ja, es ist wirklich verrückt. Das habe ich mir nach dem Verfassen des Beitrags auch gedacht... Man sollte sich echt bewusst Zeit nehmen, das Handy wegzulegen und sich mit richtigen Dingen beschäftigen

  • Elizzy

    Juni 8, 2018 at 15:30
    Antworten

    Liebe Janika, schon toll wie viel mehr Zeit man wohl hätte, wenn man sich total aus den Social Media's zurückziehen würde und das Handy ausschalten würde.... irgendwie macht das einem bewusst, wie viel man vom Tag eigentlich verschwendet!

    • Janika
      to Elizzy

      Juni 10, 2018 at 12:31
      Antworten

      Liebe Elizzy, genau so ist es! Die sozialen Medien, das Handy, etc gehören einfach schon so fest in unseren Alltag, dass es beinahe gruselig ist. Ich merke es auch jeden Morgen in der Straßenbahn. Dort sitzen sie alle mit dem Kopf nach unten gebeugt und gucken aufs Smartphone... Liebe Grüße, […] Read MoreLiebe Elizzy, genau so ist es! Die sozialen Medien, das Handy, etc gehören einfach schon so fest in unseren Alltag, dass es beinahe gruselig ist. Ich merke es auch jeden Morgen in der Straßenbahn. Dort sitzen sie alle mit dem Kopf nach unten gebeugt und gucken aufs Smartphone... Liebe Grüße, Janika Read Less

  • Ella W.

    Juni 8, 2018 at 15:22
    Antworten

    Huhu Janika, schöner Gedanke so ganz ohne Smartphone. Ich wäre glaube ich auch in vielen Dingen viel produktiver. Im Urlaub lebe ich eigentlich immer Handy frei, aber seit der Blog da ist, hat sich das auch geändert. Was sagt uns das? ^^ Back to the roots. 😄 Liebe Grüße Ella ❤

    • Janika
      to Ella W.

      Juni 10, 2018 at 12:30
      Antworten

      Liebe Ella, ja, das denke ich mir auch immer wieder. Ich glaube, bald steht auch ein solcher Tag bei mir an. Handy weg, Leben an :) Liebe Grüße, Janika

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über mich
Janika Mielke Portrait

Hallo und herzlich willkommen auf Zeilenwanderer. Ich bin Janika und schreibe hier über Literatur und mehr. Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken! Mehr über mich

Aktuelle Lektüre


Stefanie Lastmann – Die Saphirtür

Blog abonnieren

Ihr wollt mir via WordPress Reader folgen? Nichts leichter als das! Einfach Zeilenwanderer in das Suchfeld eingeben und abonnieren.

Oder ihr klickt auf diesen Link Zeilenwanderer, um direkt zu abonnieren (Eine Weiterleitung erfolgt nur, wenn ihr über WordPress angemeldet seid).

Aktuelle Beiträge

That’s why literature is so fascinating. It’s always up for interpretation, and could be a hundred different things to a hundred different people. It’s never the same thing twice.

— Sara Raasch
Instagram
Beliebte Beiträge
Archiv
Gut zu wissen

Rezensionsexemplare erhalte ich im Austausch gegen eine Rezension. Meine Meinung bleibt dabei jedoch immer ehrlich und unverfälscht.

Mit einem Klick auf die auf Zeilenwanderer verwendeten Links (wie bspw. Instagram) werden Daten an die Server der entsprechenden Seiten gesendet und verlassen damit diese Seite.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr hier und hier