Delia Owens – Der Gesang der Flusskrebse

Der Gesang der Flusskrebse war letztes Jahr in aller Munde. Auch meine Mama hat das Buch gelesen und war absolut überzeugt von der Geschichte. Wenn meine Mama von einem Buch überzeugt ist, wandern es meistens direkt auf meine Wunschliste, auch wenn es oft etwas dauert, bis ich die Geschichte tatsächlich lese. Der Gesang der Flusskrebse hat es überraschend schnell geschafft und ich bin soo froh drum! Viel Spaß mit meiner Rezension.

Worum geht’s in Der Gesang der Flusskrebse?

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.

Meine Meinung

Meistens lese ich, wie ihr wisst, Romance oder Fantasy. Belletristische Werke sind hin und wieder dabei, Krimis und Thriller so gut wie gar nicht. Dementsprechend habe ich mich sehr auf Der Gesang der Flusskrebse gefreut, weil es ein Buch außerhalb meiner üblichen Lesezone ist.

Überzeugen konnte mich die Geschichte relativ schnell. Dies lag vor allem an den ausführlichen Beschreibungen der Marsch, in der die Protagonistin Kya lebt. Delia Owens, die Autorin, ist Zoologin, was man ihrem Text auch anmerkt. Ich habe das Gefühl, so viel dazugelernt zu haben und war unglaublich fasziniert vom Leben in der Marsch.

Leser:innen begleiten Kya von Kindesbeinen an. Eine Zeit, die für Kya alles andere als leicht war. Im Laufe weniger Monate wird sie von ihrer gesamten Familie im Stich gelassen und muss zusehen, wie sie allein in der Sumpflandschaft überlebt. Eine Schule besucht sie lediglich für einen Tag, sodass sie schnell als wildes Marschmädchen bekannt ist, das auch als Erwachsene von der Gesellschaft gemieden wird. Kya wuchs mir dabei sehr ans Herz. Ich wollte, dass es ihr gut geht, dass ihr niemand wehtut und dass sie ein Leben führt, das sie glücklich macht. Dies ist nicht immer der Fall. Es gibt zwar einige schöne Momente in ihrem Leben, aber ich hatte als Leserin den Eindruck, dass ihr Leben sehr stark vom Negativen geprägt ist, was nicht überrascht, wenn man ihre Lebensumstände bedenkt.

Beschäftigt sich die erste Hälfte des Romans hauptsächlich mit Kyas Leben in der Marsch und ihren Erlebnissen mit anderen Menschen, tritt in der zweiten Hälfte ein Mordfall in den Fokus. Auch Kya wird in den Prozess hineingezogen. Mir hat dieser Bruch gut gefallen und ich mochte die Mischung aus Rückblenden, die Kyas Handeln und Denkweisen erklären, und Einblicken in den Prozess. Meiner Meinung nach bauen die einzelnen Kapitel unglaublich gut aufeinander auf, sodass der Roman im Ganzen eine runde Sache ist.

Was mich am meisten fasziniert hat, sind jedoch die Figuren. Mir fallen nur zwei ein (und das sind Nebenfiguren), die durchweg gut sind. Jeder Charakter hat gute und schlechte Seiten, wobei die schlechten zum Teil wirklich erschreckend sind und mich oft schockiert zurückgelassen haben. Gerade wenn sich Figuren in Bezug auf Kya unfair oder egoistisch verhalten haben, hat mich das wirklich getroffen. Sie hat so viele Schicksalsschläge erlebt und ich habe so viel Mitleid für sie empfunden – für all das, was sie erleben musste.

Janika Zeilenwanderer Signatur

Eckdaten: Delia Owens – Der Gesang der Flusskrebse – Heyne – 2021 – 464 Seiten – 11,99 €

Summary

Characters: 8/10, Atmosphere: 9/10, Writing: 7/10, Plot: 9/10, Intrigue: 8/10, Logic: 8/10, Enjoyment: 8/10

— Janika
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