Laura Kneidl – Someone New

Someone New ist un­glaub­lich wichtig. Das ist der Satz, der be­reits Wochen vor dem Er­schei­nungs­ter­min von je­der Person ge­sagt wurde, die das Buch vor­ab lesen durf­te. Lauras Bücher be­glei­ten mich seit Jahren und ich mag ihre Ro­ma­ne sehr. Zu hören, dass auch ihr neu­estes Werk vie­len ge­fällt, stimmte mich na­tür­lich freu­dig. Nun habe ich es ge­le­sen und kann schon vo­rab so viel sa­gen: Ja, das Buch ist wich­tig. Doch die Wich­tig­keit allei­ne macht Someone New nicht zu einem gu­ten Buch. Für mich hat das Ge­samt­pa­ket leider nicht gestimmt.

Kurzbeschreibung

Micah sorgt auf einer abend­li­chen Festi­vi­tät ihrer El­tern da­für, dass Julian, einer der Kellner, sei­nen Job ver­liert. Zwei Mo­nate spä­ter zieht sie bei ihren El­tern aus und stellt fest, dass kein geringe­rer als Julian ihr neuer Nach­bar ist. Julian be­geg­net ihr sehr ver­hal­ten und gibt ihr klar zu ver­ste­hen, dass er kei­ne Lust auf eine Freund­schaft hat. Dennoch kommen sie sich nä­her und Micah be­merkt, dass sie nicht die ein­zi­ge Per­son ist, die von Julian auf Ab­stand ge­hal­ten wird. Er hat ein Ge­heim­nis und sie möchte es un­be­dingt he­raus­finden …

Und manche Geheimnisse wachsen durch diese Angst, bis sie zu Monstern in unserem Schrank werden. Bis wir uns irgendwann nicht mehr trauen, ihn zu öffnen. Nicht einmal in Anwesenheit einer Person, der wir unser Leben anvertrauen würden.

— S. 373

Meinung

Ich weiß ehrlich ge­sagt gar nicht, wie ich mit dieser Re­zen­sion an­fan­gen soll. Ich möchte etwas Posi­ti­ves schrei­ben, aber es gibt so vieles, das mir nicht posi­tiv in Erinne­rung ge­blie­ben ist. Vielleicht fasse ich mich ein­mal kurz. Someone New macht süch­tig, ist fan­tas­tisch ver­fasst und be­han­delt wichti­ge The­men, die de­fini­tiv öfter be­spro­chen werden sollten. Gleich­zei­tig habe ich große Schwie­rig­kei­ten mit einigen Cha­rak­te­ren, die Hand­lung empfin­de ich als lang­at­mig und alles in allem wirkt Someone New auf mich mit­un­ter zu konstruiert. Bauen wir die Buch­be­spre­chung mal an­hand die­ser Punkte auf.

someone new laura kneidl

Someone New und seine Sogwirkung

Laura Kneidl ver­steht es ein­fach, mit Wor­ten um­zu­gehen. Sie schreibt für jedes Genre an­ge­passt und man merkt bei Someone New ein­deu­tig, dass es sich um einen New Adult Roman han­delt. Die Ge­schich­te liest sich flott, ist nicht un­be­dingt an­spruchs­voll ver­fasst, und die Seiten flie­gen nur so da­hin. Das Lesen von Lauras Sätzen macht un­glaub­lich viel Spaß und der Ein­stieg in die Lek­tü­re fällt mehr als leicht. Laura Kneidl nimmt sich die Zeit, den Hin­ter­grund von je­der Figur aus­führ­lich zu er­läu­tern, so­dass man nach sieb­zig bis acht­zig Sei­ten von je­dem Cha­rak­ter weiß, was in etwa seine bzw. ihre Ge­schich­te ist. Aller­dings be­ginnt hier meine Kritik …

Es ist näm­lich so, dass sich viele Dinge be­ginnen zu wie­derho­len und Someone New da­durch ziem­lich lang­at­mig wird. Micah be­sucht ihre El­tern, sie geht zur Uni, sie trifft sich mit Freun­dinnen und be­geg­net Julian. Diese Sze­na­rien wer­den zwar immer wieder durch unter­schied­li­che Dia­lo­ge auf­ge­peppt, aber dennoch kann ich das Ge­fühl nicht ab­le­gen, dass sehr wenig passiert und sich die Hand­lung im Kreis dreht. Als auf­merk­same:r Le­ser:in hat man zu die­sem Zeit­punkt be­griffen, dass Micah ziem­lich auf Graphic Novels steht, und sie und ihre Freund:innen ge­nerell ganz schöne Profis im Be­reich »nerdi­ge Pop­kultur« sind.

Ich finde es nicht schlecht, wenn Autor:innen in Bü­chern An­spie­lun­gen auf Pop­kultur machen. Ganz im Ge­gen­teil bin ich so­gar ein Fan davon und mag es, wenn man hin und wieder Ver­glei­che zu Serien, Fil­men oder Mu­sik zieht. Die Be­to­nung liegt hier je­doch auf »hin und wieder«.

Anspielungen auf Popkultur

Ich finde dieses Stil­mittel an­spre­chend, da Leser:innen sich vielleicht in der ein oder ande­ren Fi­gur wie­der­er­kennen und somit eine stär­kere Bin­dung zu einem Cha­rak­ter auf­bau­en können. Man fühlt sich auf eine be­sonde­re Art mit der Fi­gur ver­bun­den. Schwie­rig wird es für mich, wenn diese An­spie­lun­gen zu oft ge­macht wer­den, was in Someone New meines Erachtens de­fini­tiv der Fall ist. Ich bin ein rie­siger Game of Thrones Fan und habe so­gar meine Bache­lor Ar­beit über die Buch­rei­he ge­schrie­ben, ich bin auch ein gro­ßer Fan von Stranger Things – aber selbst ich konnte mein Au­gen­rollen bei den stän­digen »Eleven«-Aus­ru­fen und »Winter is coming« irgend­wann nicht mehr unter­drücken.

Mein größtes Problem war da­bei je­doch nicht die Menge – das ging mir ein­fach nur auf den Keks –, son­dern dass ich den zahl­rei­chen Ver­glei­chen mit­unter nicht fol­gen konnte. Ich würde schon be­haup­ten, dass ich viele Se­rien und Filme ge­guckt habe und bei vie­lem mit­re­den kann. Bei Comics bin ich je­doch raus und ich habe mich auch nie näher mit Comic-Verfilmungen beschäftigt. Dem­ent­spre­chend fiel es mir wäh­rend der Lek­türe wirk­lich schwer, wenn ein Cha­rak­ter mit einer Comic­figur ver­gli­chen wurde. Für mich waren die­se Ver­glei­che oft abso­lut schwammig. Ich konnte nichts da­mit an­fan­gen und so be­gann für mich ein Rate­spiel, was diese und jene An­spie­lung wohl be­deu­ten könnte.

someone new

Das kunterbunte Spektrum an Figuren

Was sich wie die ständi­gen Er­wähnun­gen von Serien und Comic­fi­guren durch das ge­sam­te Buch zieht, ist die auf mich beinahe ge­zwun­gen wirken­de Di­versi­tät. Durch die Figu­ren, von denen fast jede:r einer marginalisierten Gruppe angehört, sticht Someone New wirk­lich hervor. Wenn ich mich richtig erinne­re, stellt aus­nahms­los jeder Cha­rak­ter eine Min­der­heit dar. Eine Figur ist homo­sexu­ell, eine ist eine Teenie-Mum, eine ande­re wie­derum Vege­tarie­rin – es gibt Persons of Colour, eine mus­li­misch sozi­ali­sier­te Fi­gur und noch jede Menge mehr. Dieses Buch ist wirk­lich bunt.

Ob­wohl jede Figur – sei es Haupt- oder Neben­figur – eine be­acht­liche Seiten­an­zahl ge­wid­met be­kommt, wirken sämt­li­che Cha­rak­tere auf mich ober­fläch­lich und es bleibt ein fader Beigeschmack, da der Fokus stets auf das Negative gerichtet ist. Dadurch empfinde ich die Dar­stellung lei­der als miss­lun­gen. Marginalisierte Gruppen sollen eingeschlossen werden, aber ich finde es schade, wenn der Schwerpunkt in Büchern dann nur auf dem Negativen liegt und Autor:innen sich Stereotype bedienen.

Micahs Suche nach dem Bruder

Ein anschauliches Bei­spiel für meine Aussage, dass die »di­ver­se Cha­rakter­eigen­schaft« eine Per­son de­fi­niert und die Hand­lung sich im Krei­se dreht, ist Micahs Suche nach ihrem Zwillings­bru­der Adrian. Was die Hand­lung für mich deut­lich spannen­der ge­macht hätte, wäre eine aus­ge­reif­tere Suche nach Micahs Bru­der und eine Charakterbeschreibung, die über Adrians Sexualität hinausgeht. Dass Micah bei ihrer Suche tat­säch­lich Fort­schritte macht, Adrian näher kommt oder Hin­wei­sen nach­geht. Ich war un­glaub­lich neu­gie­rig auf Adrian und jedes Mal voller Vor­freu­de, wenn Micah er­zählte, dass sie einen Club, ein Mu­seum oder ein LGBTQ+ Zentrum auf­su­chen würde – stets in der Hoff­nung, dort ihren Bruder zu fin­den. Man hätte so viel da­raus machen können und meine Enttäu­schung war jedes Mal aufs Neue groß, wenn Micahs Suche er­neut mit dem Satz »Die Suche war er­folg­los.« zu­sammen­ge­fasst wurde.

someone new lyx

Charaktereigenschaft: homosexuell

Dass Micah über­haupt auf der Suche nach ihrem Bru­der ist, liegt daran, dass er sich un­frei­willig vor sei­nen Eltern outete und diese ihn da­rauf­hin ver­stie­ßen. Dass Micahs Eltern Adrians Sexu­ali­tät nicht akzep­tie­ren, finde ich schade. Besonders weil es auf mich den Ein­druck macht, dass Adrian ledig­lich durch seine Homo­sexua­lität und die Homo­phobie der Eltern cha­rak­teri­siert wird. Leider zieht sich dies für mich durch das gesamte Buch. Figuren werden aufgrund ihrer Hautfarbe dis­krimi­niert, die homo­sexu­elle Person wird ver­sto­ßen, die durch Schwan­ger­schaft über­ge­wich­tige beste Freun­din wird für ihr Ge­wicht ver­ur­teilt. Kann man in Büchern nicht lie­ber das Be­wusst­sein stär­ken, dass es anders­rum auch geht? Ich wünsche mir mehr to­leran­te Eltern in Bü­chern, die mit gu­tem Bei­spiel vo­ran­gehen und eine Darstellung, die zeigt, dass das Leben marginalisierter Gruppen nicht nur aus Schmerz besteht.

Micah, ein neugieriger Comicfan

Kommen wir einmal zu Micah, denn Micah ist trotz all der ge­nann­ten Punk­ten, der aus­schlag­geben­de Grund, dass ich mich nicht mit Someone New an­freun­den kann. Ich konnte wäh­rend der ge­sam­ten Lek­türe keine Bin­dung zu ihr auf­bau­en. Micah ist humor­voll, selbst­be­wusst, offen und ver­ständnis­voll, was ihre Freund:innen be­trifft. Das sind alles wun­der­bare Ei­gen­schaf­ten, aber sie sorg­en auch dafür, dass mir Micah ex­trem un­sym­pa­thisch ist. Gerade ihre offe­ne, selbst­bewuss­te und humor­volle Art wechsel­te für mich schnell zu übergriffig, ner­vig und auf­dringlich.

Ein Nein kommt für Micah nicht infrage

Micah akzeptiert kein Nein – das ist eine Tat­sache. Julian gibt ihr immer wieder auf höf­li­che Art zu ver­ste­hen, dass er kein Inte­resse an ihr hat und dass zwi­schen ihnen alles in Ord­nung ist – auch wenn er ihretwegen sei­nen Job ver­lo­ren hat. In Micahs Augen kann Julian ihr aber nicht ver­zie­hen ha­ben, egal, was er sagt. Des­we­gen lauert sie ihm im Mor­gen­grau­en auf und guckt durch den Spi­on an ihrer Tür, um mit­zube­kommen, wann er das Haus ver­lässt und ihn abfangen zu können. Sie sucht ihn auch bei seiner Ar­beit auf, ob­wohl er ihr deut­lich zu ver­ste­hen gibt, dass er das nicht möchte. Für mich ist das Stalking und das ist nicht in Ordnung.

Was Julian nicht möchte, scheint Micah den ge­sam­ten Roman über gleich­gül­tig zu sein. Ich hatte beim Le­sen zu­dem oft den Ein­druck, dass sie Tat­sa­chen ver­dreht. Julian wird von ihr bei­spiels­wei­se häu­fig als Lüg­ner be­zeich­net, dabei lügt er sie nie an. Er be­hält pri­vate Dinge nur für sich, da er (noch) nicht über sie re­den möchte. Das macht Julian für mich nicht zu einem Lügner. Generell hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass Micah anderen Figuren ihre Gefühle und Ängste absprechen möchte. Micah teilt ihre Gedanken mit Leser:innen und auf den ersten Blick wirkt es so, als würde sie sich wirklich um ihre Mitmenschen bemühen. Durch Micahs Taktlosigkeit, ihr Aufdrängen und das Absprechen der Gefühle ihrer Mitmenschen, kam bei mir jedoch auch der Eindruck auf, dass es ihr eigentlich nur um sich selbst geht und sie sich überhaupt nicht in andere Menschen hineinversetzen kann.

someone new laura kneidl

Ganz ehrlich, ich an Julians Stelle hätte auch keine Lust auf eine der­art auf­dring­liche Per­son wie Micah. Ich würde mich voll­kommen über­fallen füh­len und mir von Micah mehr Ge­duld wün­schen. Sie weiß ganz ge­nau, dass Julian etwas aus seiner Ver­gangen­heit ver­birgt. In mei­nen Au­gen ist es kein Ver­bre­chen, dass Julian sich ihr nicht so­fort offenbart. Sie kennen sich ja kaum! Des­we­gen finde ich es etwas be­fremd­lich, dass Micah auch ein ge­höri­ges Drama aus der Tat­sa­che macht, dass Julian nicht so­fort mit ihr schla­fen möchte. Ein Nein ist ein Nein, das Micah zu akzep­tie­ren hat.

Privatsphäre? Nicht bei Micah.

Ich finde es von Micah abso­lut takt­los, sich in Auris und Cassies Be­zie­hung ein­z­umi­schen. Sie hat ihnen un­ge­fragt ein Date or­gani­siert, und mir per­sön­lich wäre so eine Situ­ation extrem un­ange­nehm. Vor allem da sie der Be­zie­hung mit ihrer auf­dring­lichen und for­dern­den Art kei­nen Ge­fallen ge­tan hat. Micah sollte sich nicht nur in Ge­duld und Takt­ge­fühl üben, son­dern auch darin, ihre Nase nicht in frem­de An­gele­gen­hei­ten zu stecken. All dies wird in Someone New jedoch nicht reflektiert, weil Micah die Absicht hat, anderen zu helfen. Sie möchte etwas Gutes tun.

Nennt mich ruhig prü­de oder spie­ßig, aber wenn wir schon aufs Takt­gefühl zu spre­chen kommen, muss ich sagen, dass ich Micahs Aussa­gen oft ab­so­lut ge­schmack­los finde. Laura Kneidl hat schon immer Figuren er­schaffen, die kein Blatt vor den Mund neh­men. Ihre Dia­loge brin­gen mich zum Schmunzeln, sind keck und oft witzig. Umso scho­ckier­ter bin ich über Micahs vul­gäre Art. Auf mich wirkt Micah so, als würde sie nur da­rauf war­ten, dass ihr Gegen­über Worte un­günstig wählt, so­dass sie eine zwei­deuti­ge An­spie­lung bringen kann.

Micahs Doppelmoral

Des Weiteren missfällt mir ihre Doppel­moral. Micah stu­diert Jura, weil ihre Eltern einen Er­ben für ihre Kanz­lei brau­chen. Nun, wo ihr Bruder unter­ge­taucht ist, opfert sie sich. Sie hat über­haupt keine Lust auf das Stu­dium, möchte sich lieber selbst ver­wirk­li­chen und ver­ab­scheut zu­dem alles, wofür ihre Eltern ste­hen. Dies gibt Micah ihnen un­miss­ver­ständ­lich zu ver­stehen. Sie ist stolz darauf, selbst­stän­dig zu sein und end­lich auf eige­nen Beinen zu stehen – dass sie nicht weiß, wie man eine Wasch­maschi­ne be­dient, lassen wir mal un­kommentiert.

Diese Aussage ent­spricht in meinen Augen ein­fach nicht der Wahr­heit. Sie lässt sich von vorne bis hin­ten von ihren Eltern fi­nan­zie­ren. Ich würde unter keinen Um­stän­den Geld von meinen Eltern an­neh­men, wenn sie das eigenes Kind so hart ver­ur­tei­len, wie Micahs El­tern es tun. Ich weiß auch nicht … Micahs Cha­rak­ter wirkt auf mich voll­kommen wirr und ohne Konstrukt. Zudem hat mir die Darstellung der Eltern missfallen, da sie durch Micahs Perspektive ganz einfach nur die Antagonisten des Romans darstellen sollten. Was Micahs Eltern betrifft, ist Someone New schwarz-weiß.

someone new laura kneidl

Die letzten fünfzig Seiten

Nachdem ich etwa vier­hundert­sieb­zig Seiten des Buches ge­le­sen hatte, be­gann der spannen­de Teil. Es passier­te viel und ich wusste ehr­lich ge­sagt gar nicht, wo­hin mit meinen Ge­füh­len. Umso er­staun­ter war ich, als das Buch abrupt be­endet war. Leser:innen erfahren Julians Ge­heim­nis, es gibt ein auf­klären­des Ge­spräch, einen Aus­blick und dann ist das Buch zu Ende. Wo kam die­ses Ende her? O man, für meinen Ge­schmack wird zum Schluss alles viel zu schnell ab­ge­hakt. Und so schön Micahs Re­ak­tion ist, so unrealistisch empfinde ich sie. Ich be­zeich­ne mich als to­leran­ten Menschen, müsste Julians Ge­heim­nis aber dennoch kurze Zeit sacken lassen.

Mich stört am Ende des Romans je­doch nicht vorran­gig Micahs Re­ak­tion, sondern die Art, wie Someone New be­endet wurde. Ich lese bei­nahe fünf­hun­dert Seiten und gera­de als die Lektüre meine volle Auf­merksam­keit hat, ist sie vorbei. Auf mich wirkt das Ende so, als würde man das Ge­heim­nis aus­plau­dern und sich nicht weiter mit der The­ma­tik be­schäf­tigen wollen. Ich habe mich als Leserin ab­ge­fer­tigt ge­fühlt. Auch ich kann wie viele ande­re sagen: Die The­ma­tik ist wich­tig. Es gibt viel zu we­ni­ge Bücher mit die­sem Thema, doch die Umsetzung stellte mich nicht ganz zufrieden. Julian selbst finde ich als Figur dabei ab­so­lut gelun­gen. Ich kann ihn und sein Ver­hal­ten ver­ste­hen. Mir haben auch die ganzen An­spie­lun­gen auf sein Ge­heim­nis im Laufe des Ro­mans sehr ge­fallen, doch das ganze Drum­he­rum hat für mich nicht gepasst.

Wie verbleiben Someone New und ich?

Ich finde es toll, dass Laura Kneidl The­men wie das in Someone New in Ge­schich­ten an­spricht. Ich finde es toll, dass sie da­durch vie­len Le­ser:innen einen Zu­gang zu dem Thema schafft. Ein Buch mit marginalisierten Figuren und einer Thema­tik, die meines Erachtens zu selten in Ro­ma­nen an­gespro­chen wird, sorgt na­tür­lich dafür, dass sich viele Leser:innen da­für be­geis­tern. Aller­dings muss für mich auch der Rest des Buches stimmen. Mich können die bun­te Fi­guren­viel­falt und der wun­der­schöne Schreib­stil alleine nicht über­zeugen.

Ein hartes, aber in meinen Augen wah­res Ur­teil: Someone New ist der 0815-New-Adult-Roman mit marginalisierten Fi­gu­ren. Man ordne jeder Figur eine Min­der­heit zu, schreibt fünf­hundert­fünf­zig Seiten nieder und tada, Someone New ist fer­tig. So leid es mir tut und so wich­tig das Thema auch ist, mich konnte die­ses Buch nicht über­zeu­gen. Ich bin voll­kommen da­für, dass das an­gespro­che­ne Thema in viel mehr Büchern aufgegriffen wird. Egal, welches Genre, aber bitte auf an­spre­chende­re Weise und mit ein bisschen mehr Spannung.

Someone New konnte mich leider nicht begeistern. Ich konnte keine Bindung zur Protagonistin aufbauen, die Handlung ist zäh und gleichzeitig wirkte für mich vieles unnatürlich. Zudem empfinde ich Micah als übergriffig, abwertend und bevormundend. Sie hat kein Problem damit, ihre Mitmenschen zu stalken und sich in Dinge einzumischen, die sie nichts angehen. Schade!

Janika Zeilenwanderer Signatur

Eckdaten: Laura Kneidl – Someone New – Lyx – 2019 – 550 Seiten – 12,90 €

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Comments

  • […] Janika auf Zeilenwanderer | Kritische Rezension […]

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  • Kate

    März 14, 2019 at 8:14
    Reply

    Hallöchen, du schreibst, es wirkt "zu gewollt" und das trifft es so unfassbar gut! Das sind die Worte, die mir die ganze Zeit gefehlt haben. Dass diese ständigen Erwähnungen der Popkultur nerven, hatten wir auf Goodreads ja schon ausgetauscht. Ich war mittendrin so genervt, dass ich das Buch erst einmal zur Seite […] Read MoreHallöchen, du schreibst, es wirkt "zu gewollt" und das trifft es so unfassbar gut! Das sind die Worte, die mir die ganze Zeit gefehlt haben. Dass diese ständigen Erwähnungen der Popkultur nerven, hatten wir auf Goodreads ja schon ausgetauscht. Ich war mittendrin so genervt, dass ich das Buch erst einmal zur Seite legen musste. Den Absatz unter "Das kunterbunte Spektrum an Figuren" kann ich so nur unterschreiben. Es waren auch einfach zu viele Charaktere. Da konnten die eigentlich nur oberflächlich bleiben. Und es muss eigentlich auch nicht alles an Diversität in einem Buch vorkommen oder? Zumindest nicht, wenn dann nicht jeder eine gewisse Tiefe bekommt. Die Doppelmoral hat mich auch so genervt! Sie studiert Jura für ihren Bruder und ihre Eltern, aber wenn sie bei ihren Eltern ist, hält sie ihnen das vor. Das hat so überhaupt nicht zusammengepasst. Und auch deinen Worten zum Ende kann ich nur zustimmen. Ich verlinke deine Rezension in meiner (die hoffentlich morgen online geht). Und jetzt komme ich wegen deiner Rezension zu spät zur Arbeit :D Liebste Grüße, Kate Read Less

    • Janika
      to Kate

      März 15, 2019 at 10:02
      Reply

      Liebe Kate, herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar. Es freut mich unglaublich, dass wir ähnliche Meinungen vertreten und es freut mich noch mehr, dass ich meine Gedanken so verständlich ausdrücken konnte, dass du sagst: Kann ich so unterschreiben, sehe ich genauso! Mir ist die Rezension nämlich wirklich schwergefallen und ich […] Read MoreLiebe Kate, herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar. Es freut mich unglaublich, dass wir ähnliche Meinungen vertreten und es freut mich noch mehr, dass ich meine Gedanken so verständlich ausdrücken konnte, dass du sagst: Kann ich so unterschreiben, sehe ich genauso! Mir ist die Rezension nämlich wirklich schwergefallen und ich saß lange, lange Zeit an ihr, bis ich dachte, dass ich sie so tatsächlich online posten kann. Es ist ja auch wirklich ein Buch, über das man reden möchte. Aber gleichzeitig ist es schwierig, die passenden und vor allem angemessenen Worte zu finden ... Hach! Es freut mich jedenfalls, dass sie dir gefallen hat. Ich bin nun schon ganz gespannt auf deine Buchbesprechung und ja – du darfst meine Rezi natürlich gerne verlinken :) Ich hoffe, es gab für dich keine Probleme, weil du etwas später auf der Arbeit aufgetaucht bist :P Alles Liebe. Janika Read Less

  • Februargeschichten

    März 13, 2019 at 11:28
    Reply

    […] nicht halb so gut zusammenfassen könnte, wie beispielsweise Katriona von Stürmische Seiten oder Janika von Zeilenwanderer. Ich bin einfach nur enttäuscht und denke, dass man viel mehr mit der Thematik hätte manchen […]

  • […] Janika auf Zeilenwanderer | Kritische Rezension […]

  • […] dann war da natürlich noch Janikas Rezension zu “Someone New” von Laura Kneidl auf Zeilenwanderer, die mir – leider – auch aus der Seele […]

  • […] New aber zurzeit sehr gehypt wird, bin ich neugierig geworden. Das Buch kritisch sehen Yvonne und Janika. In ihren Rezensionen bringen sie immer wieder positive Aspekte mit ein und untermauern ihre Kritik […]

  • […] aber Janika von Zeilenwanderer hat so eine ausführliche, trotzdem respektvolle und ehrliche Rezension geschrieben, die ich einfach SO gut nachvollziehen […]

  • […] Ich hatte schon ziemlich hohe Erwartungen an dieses Buch. Das ist nicht nur dem Hype geschuldet, sondern auch einfach der Tatsache, dass das Buch von Laura Kneidl ist und sie zu meinen liebsten Autorinnen gehört. Leider sind Someone New und ich überhaupt nicht warm geworden und ich war selten […] Read More[…] Ich hatte schon ziemlich hohe Erwartungen an dieses Buch. Das ist nicht nur dem Hype geschuldet, sondern auch einfach der Tatsache, dass das Buch von Laura Kneidl ist und sie zu meinen liebsten Autorinnen gehört. Leider sind Someone New und ich überhaupt nicht warm geworden und ich war selten so froh, ein Buch wieder ins Regal zu stellen. Wenn ihr mehr wissen möchtet, geht’s hier zu meiner Rezension. […] Read Less

  • […] das für mich leider nicht für einen ge­lun­genen Ro­man. Meine Buch­bespre­chung findet ihr hier, falls sie euch inte­ressiert. Schaut gerne vor­bei, es würde mich […]

  • René

    Februar 24, 2019 at 8:18
    Reply

    Hallo Janika, eine tolle Rezension :) Mir erging es beim Lesen ziemlich ähnlich. Grundsätzlich möchte ich „Someone New“ jedem and Herz legen, oder zumindest dessen Nachwort. Doch das fällt schwer, wenn der Weg zum Ziel langatmig ist und erst auf den letzten Metern richtig Fahrt aufnimmt. Ich hoffe einfach, dass Großverlage […] Read MoreHallo Janika, eine tolle Rezension :) Mir erging es beim Lesen ziemlich ähnlich. Grundsätzlich möchte ich „Someone New“ jedem and Herz legen, oder zumindest dessen Nachwort. Doch das fällt schwer, wenn der Weg zum Ziel langatmig ist und erst auf den letzten Metern richtig Fahrt aufnimmt. Ich hoffe einfach, dass Großverlage nun vermehrt auf diverse Inhalte achten und das nicht mehr länger nur das tägliche Brot von Kleinverlagen und Selfpublishern bleibt. Alles Liebe, René Read Less

    • Janika
      to René

      Februar 26, 2019 at 12:52
      Reply

      Lieber René, herzlichen Dank für deine lieben Worte! Ja, da stimme ich dir zu. Ich hoffe einfach, dass dieses Buch den Beginn von einer Reihe an own voice Büchern darstellt und viele Verlage und Autor:innen sich inspiriert und ermutigt fühlen, selbst diesen Schritt zu gehen :) Alles Liebe. Janika

  • Artmonalisa

    Februar 22, 2019 at 10:59
    Reply

    Liebe Janika, vielen Dank für diese tolle, ausführliche(!) und vor allem ehrliche(!!) Rezension. Ich habe das Buch nicht gelesen, kann aber jeden einzelnen von dir kritisierten Punkt nachvollziehen. Klasse, dass du dich gewagt hast so eine ehrliche Rezension zu schreiben, gerade weil das Buch ja im Moment überall gehyped wird! […] Read MoreLiebe Janika, vielen Dank für diese tolle, ausführliche(!) und vor allem ehrliche(!!) Rezension. Ich habe das Buch nicht gelesen, kann aber jeden einzelnen von dir kritisierten Punkt nachvollziehen. Klasse, dass du dich gewagt hast so eine ehrliche Rezension zu schreiben, gerade weil das Buch ja im Moment überall gehyped wird! LG Artmonalisa Read Less

    • Janika
      to Artmonalisa

      Februar 26, 2019 at 12:49
      Reply

      Liebe Alisa, vielen Dank für deine lieben Worte :) Ja, ich hatte auch ein wenig Angst vor der Veröffentlichung der Rezension, gerade weil so viele Leser:innen es loben. Alles Liebe. Janika

  • Nadine

    Februar 21, 2019 at 18:18
    Reply

    Eine schöne Rezension! Mir hat es gefallen, wie du deine Kritik mit anschaulichen Beispielen untermauert hast, ohne zu spoilern. Bei einem Buch, dass so gehypt wird und das alle für so wichtig erachten, ist auch interessant mal eine kritische Rezension zu lesen. Zum Thema Popkultur: In Leah on the Offbeat […] Read MoreEine schöne Rezension! Mir hat es gefallen, wie du deine Kritik mit anschaulichen Beispielen untermauert hast, ohne zu spoilern. Bei einem Buch, dass so gehypt wird und das alle für so wichtig erachten, ist auch interessant mal eine kritische Rezension zu lesen. Zum Thema Popkultur: In Leah on the Offbeat wird viel Bezug zu Harry Potter genommen und die Anspielungen ziehen sich durch das gesamte Buch. Ich als großer Potterhead fand das natürlich super, aber auch da habe ich mich die Frage gestellt, wie es andere finden werden, die mit dem Fandom nichts am Hut haben. Liebe Grüße Nadine Read Less

    • Janika
      to Nadine

      Februar 26, 2019 at 12:47
      Reply

      Liebe Nadine, danke dir. Dass ich Spoilern aus dem Weg gehen konnte, war mir auch wichtig. Einfach damit sich auch Menschen, die das Buch noch nicht gelesen haben, ein Bild von der Geschichte machen können. Es freut mich, dass es mir gelungen ist :) »Leah on the Offbeat« steht noch […] Read MoreLiebe Nadine, danke dir. Dass ich Spoilern aus dem Weg gehen konnte, war mir auch wichtig. Einfach damit sich auch Menschen, die das Buch noch nicht gelesen haben, ein Bild von der Geschichte machen können. Es freut mich, dass es mir gelungen ist :) »Leah on the Offbeat« steht noch auf meiner Leseliste und als großer Potterfan freue ich mich dann natürlich auch darüber! Aber es ist halt echt so ... Man kann halt nicht davon ausgehen, dass sämtliche Leser:innen auch alles andere kennen, was Autoren in die Bücher einfließen lassen. Wenn es einmal passiert, kein Ding. Aber es kommt halt echt auf die Menge an und ob man der Geschichte dann noch entspannt folgen kann ... Alles Liebe. Janika Read Less

  • Hauntedcupcake

    Februar 19, 2019 at 6:21
    Reply

    Guten Morgen :) Habe gerade deine ausführliche Rezi gelesen. Wirklich toll gemacht! Ich finde deine Begründungen gut dargelegt und überlege mir, ob ich das Buch dann überhaupt noch lesen werde, oder ob ich mich nicht doch lieber einem anderen Werk der Autorin widme... Danke dir für die wunderbare wenn auch nicht allzu […] Read MoreGuten Morgen :) Habe gerade deine ausführliche Rezi gelesen. Wirklich toll gemacht! Ich finde deine Begründungen gut dargelegt und überlege mir, ob ich das Buch dann überhaupt noch lesen werde, oder ob ich mich nicht doch lieber einem anderen Werk der Autorin widme... Danke dir für die wunderbare wenn auch nicht allzu lobende ;-) Rezi! Katy Read Less

    • Janika
      to Hauntedcupcake

      Februar 26, 2019 at 12:39
      Reply

      Liebe Katy, vielen lieben Dank. Falls du es lesen möchtest, sag gerne Bescheid! Dann leihe ich es dir aus :) Ansonsten kann ich dir »Die Krone der Dunkelheit« sehr empfehlen. Das Buch macht einfach Spaß! Alles Liebe. Janika

  • Gina

    Februar 19, 2019 at 5:29
    Reply

    Liebe Janika, auweia, das klingt nach einem sehr anstrengendem Buch. Hab einen schönen Tag und mach dir keine Gedanken, irgendwem mit deiner Rezension auf den Schlips zu treten. Seine Meinung vertreten zu dürfen finde ich immer sehr wichtig und das hast du auch sehr gut und sachlich gemacht. Liebe Grüße, Gina […] Read MoreLiebe Janika, auweia, das klingt nach einem sehr anstrengendem Buch. Hab einen schönen Tag und mach dir keine Gedanken, irgendwem mit deiner Rezension auf den Schlips zu treten. Seine Meinung vertreten zu dürfen finde ich immer sehr wichtig und das hast du auch sehr gut und sachlich gemacht. Liebe Grüße, Gina Read Less

    • Janika
      to Gina

      Februar 26, 2019 at 12:38
      Reply

      Liebe Gina, für mich war es das tatsächlich. Vielen anderen hat es aber auch sehr gefallen :) Ich denke, da kommt es wirklich auf den Einzelfall an :) Alles Liebe. Janika

  • Sabrina

    Februar 18, 2019 at 14:12
    Reply

    Liebe Janika, vielen Dank für diese wunderschöne, ausführliche und vor allem ehrliche Rezension. Ich habe das Buch selbst nicht gelesen, kann aber wirklich jeden einzelnen Punkt von dir nachvollziehen, weil ich genau die gleichen Gedanken schon bei anderen Büchern hatte, die sich mit Diversität und ähnlichen Thematiken, die besonders populär […] Read MoreLiebe Janika, vielen Dank für diese wunderschöne, ausführliche und vor allem ehrliche Rezension. Ich habe das Buch selbst nicht gelesen, kann aber wirklich jeden einzelnen Punkt von dir nachvollziehen, weil ich genau die gleichen Gedanken schon bei anderen Büchern hatte, die sich mit Diversität und ähnlichen Thematiken, die besonders populär im YA-Bereich vertreten sind, beschäftigen. Hätte ich das Buch gelesen, hätten mich vermutlich die gleichen oder zumindest ähnliche Punkte gestört, wie dich. Hab einen guten Start in die neue Woche! Sonnige Grüße aus Frankfurt! Sabrina Read Less

    • Janika
      to Sabrina

      Februar 26, 2019 at 12:18
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      Liebe Sabrina, herzlichen Dank dafür. Schade, dass du ähnliche Gedanken bei anderen Büchern hattest. Bei so wichtigen Themen wäre eine gelungenere Umsetzung ja wirklich erstrebenswert :/ Aber naja, ich denke, wir zwei sind auch sehr aufmerksame Leserinnen und viele bemerken manches gar nicht, was uns stört. Mal sehen wie sich […] Read MoreLiebe Sabrina, herzlichen Dank dafür. Schade, dass du ähnliche Gedanken bei anderen Büchern hattest. Bei so wichtigen Themen wäre eine gelungenere Umsetzung ja wirklich erstrebenswert :/ Aber naja, ich denke, wir zwei sind auch sehr aufmerksame Leserinnen und viele bemerken manches gar nicht, was uns stört. Mal sehen wie sich das alles in den nächsten Jahren weiterentwickelt :) Alles Liebe. Janika Read Less

  • Yvonne

    Februar 18, 2019 at 12:58
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    Liebe Janika, was für eine tolle Rezension! Ehrlich, gut gegliedert und nachvollziehbar. Bei Adrian kann ich dir auch nur zustimmen. Das fand ich am Anfang noch am spannendsten. Ich dachte mir, super, jetzt sucht sie da und da und dann findet man Stück für Stück mehr heraus...stattdessen hockt sie in einem […] Read MoreLiebe Janika, was für eine tolle Rezension! Ehrlich, gut gegliedert und nachvollziehbar. Bei Adrian kann ich dir auch nur zustimmen. Das fand ich am Anfang noch am spannendsten. Ich dachte mir, super, jetzt sucht sie da und da und dann findet man Stück für Stück mehr heraus...stattdessen hockt sie in einem Cafe, trinkt was, geht wieder, weil er halt nicht da ist. Und dann? Das war so antiklimatisch. Weil ich selbst Zwilling bin, konnte ich mit Adrian nicht mitfühlen. Würde Nadine mich monatelang so ignorieren, würde ich ihr die Hölle heiß machen. Meiner Mutter habe ich davon erzählt und sie konnte das auch überhaupt nicht nachvollziehen. Natürlich gibt es auch Zwillinge, die nicht so eine enge Verbindung haben, aber da hat meine Mutter nur mit dem Kopf geschüttelt, das fand sie unlogisch. Außerdem hätte ich die Welt auf den Kopf gestellt, um meine Schwester zu finden und nicht in den Pausen meiner Love Story in bestimmten cafes gechillt. Jetzt mal arg ausgedrückt, weißt du, was ich mein? Es wäre auch was anderes gewesen, wenn ich mehr über Adrian erfahren hätte. So wurde er gefühlt nur über seine Homosexualität definiert. Wie eben viele andere Charaktere auch. Deine Worte zu Mica sind spot on, wie es im englischen so schön heißt. Klasse und Danke dafür! Ganz liebe Grüße Yvonne :) Read Less

    • Janika
      to Yvonne

      Februar 26, 2019 at 12:16
      Reply

      Liebe Yvonne, herzlichen Dank, das freut mich sehr zu hören! Da hast du absolut recht. Man hätte so viel mehr aus der Geschichte von Micah und Adrian holen können, da ist die Umsetzung tatsächlich etwas mau gewesen ... Ich selbst habe keinen Zwillingen, aber das, was du beschreibst, habe ich […] Read MoreLiebe Yvonne, herzlichen Dank, das freut mich sehr zu hören! Da hast du absolut recht. Man hätte so viel mehr aus der Geschichte von Micah und Adrian holen können, da ist die Umsetzung tatsächlich etwas mau gewesen ... Ich selbst habe keinen Zwillingen, aber das, was du beschreibst, habe ich mir eben auch so vorgestellt! Deswegen finde ich die Darstellung im Roman auch so enttäuschend. Micah erlebt so wichtige Dinge, aber setzt ihre Prioritäten ganz woanders. Alles Liebe. Janika Read Less

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