Jennifer L. Armentrout – Blood and Ash

Ihr Lieben, heute möchte ich mit euch über Blood and Ash – Liebe kennt keine Grenzen sprechen. Das Buch wurde von Jennifer L. Armentrout geschrieben, von der ich mittlerweile einige Geschichten gelesen habe. Manche haben mir sehr gut gefallen, manche haben mir überhaupt nicht gefallen. Wie es um Blood and Ash steht, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag. Viel Spaß mit der Rezension!

Worum geht’s in Blood and Ash?

Poppy ist eine Auserwählte. Wenn sie den Segen der Götter erhält, wird sie die Einzige sein, die ihre Heimat vor dem Angriff des Verfluchten Königreiches retten kann. So will es die Tradition. So will es das Gesetz. Das Leben einer Auserwählten ist einsam. Niemand darf sie ansehen, geschweige denn mit ihr sprechen oder sie berühren. Eines Tages wird der attraktive Hawke – mit den goldenen Augen, dem frechen Grinsen und den provokanten Sprüchen – Poppys Leibwache zugeteilt, und sie merkt, dass es in ihrem Leben so viel mehr geben könnte als nur ihr Amt. Dass sie ein Herz hat, eine Seele und die Sehnsüchte einer ganz normalen jungen Frau. Als an den Landesgrenzen die Schatten der Verfluchten immer drohender werden, muss Poppy sich zwischen Liebe und Pflicht entscheiden …

Mut und Angst sind oft ein und dasselbe, und man wird entweder zum Krieger oder zum Feigling. Der einzige Unterschied ist die Person, die Mut und Angst empfindet.

— S. 288

Wie hat mir Blood and Ash gefallen?

Ich begann die Lektüre mit einiger Skepsis. Vorab hatte ich viele gute Stimmen gehört, aber genauso viele weniger gute. Letztere stammen von Blogger:innen, deren Meinung ich sehr schätze. Daher ging ich eher davon aus, dass auch mir Blood and Ash weniger gut gefallen würde. Umso überraschter war ich, als ich die ersten 334 Seiten in einem Rutsch gelesen hatte und nicht mehr aufhören wollte. Ich war wie in einem Sog! Die Ernüchterung war jedoch umso größer, als ich feststellen durfte, dass Blood and Ash im letzten Drittel in eine Richtung geht, die ich absolut missbillige. Letztlich gehöre also auch ich zu den Stimmen, die das Buch weniger gut finden.

Ah, vielleicht sollte ich hier noch einmal erwähnen, dass es Spoiler geben wird. Ich geh in dieser Rezension definitiv auf den Inhalt an. Weiterlesen also auf eigene Gefahr. Viel Spaß!

Von viel Telling und Wiederholungen

Was Jennifer L. Armentrout kann: flüssig schreiben. Blood and Ash liest sich wirklich flott und ich bin praktisch durch die Seiten geflogen. An einem Tag mehr als 300 Seiten zu lesen, gleicht bei mir einem Wunder. Und ich glaube, auch wenn es hart ist: Das ist mehr oder weniger das einzig Positive, das ich zu Blood and Ash sagen kann.

Wenn ihr mich fragt, gibt es in Blood and Ash zu viel Telling. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass die Autorin mir sagen will, wie ich etwas zu sehen habe. Ich habe das Gefühl, dass mir die Autorin keinen Spielraum für eigene Gedanken lässt und mir enorm viel vorkaut. Dies trifft besonders auf Poppys Charakter zu.

Hawke macht ihr ständig Komplimente. Sie sei so mutig, brutal, faszinierend, klug usw. Das ist an sich ja schön und gut, aber ich konnte diese Eigenschaften zum Teil nicht selbst bei Poppy erkennen. Ich habe sie kaum bis gar nicht aus ihrer Figur gelesen. Durch die Komplimente anderer Figuren fühlt es sich für mich so an, als würde die Autorin wollen, dass ich Poppy eben mit genau diesen Eigenschaften in Verbindung bringen soll. Dadurch dass gerade die Beschreibungen klug, mutig, brutal und faszinierend unzählige Male aus Hawkes Mund kommen, fühle ich mich in diesem Gedanken auch bestätigt.

Was mir beim Schreibstil auch missfallen hat: die Wortwahl. Wir haben mit Blood and Ash einen Fantasyroman, der in einer mittelalterlichen Welt (?) spielt. Dass Poppy so spricht, als würde sie aus unserer Zeit und Welt stammen, hat für mich einfach nicht gepasst.

»… Woher weißt du das?«
Mein Mund klappte auf. Verdammt. Woher wusste ich das?
»Gerüchte.«
Scheiße.

— S. 288

Weltenbau und Setting in Blood and Ash

Der Weltenbau und das Setting von Blood and Ash haben Potenzial. Allerdings wurde dieses Potenzial meiner Meinung nach nicht genutzt. Als ich die Lektüre begann und Begriffe wie Blutwald und Wunschwäldchen las, war ich Feuer und Flamme. Den Namen Wunschwäldchen finde ich absolut fantastisch und die Idee des Blutwalds ebenfalls. Allerdings war beides im Nachhinein mehr oder weniger irrelevant für die Geschichte und hätte durch jeden x-beliebigen Wald ersetzt werden können. Generell könnte ich euch nicht viel über die Welt erzählen, weil sie im Prinzip gar nicht erst aufgebaut wird.

Die übernatürlichen Wesen fand ich ehrlich gesagt etwas mau und auch nicht gut erklärt. Es gibt quasi Werwölfe, Vampire, Obervampire und dann noch irgendwas dazwischen. Insgesamt blieb für mich alles ziemlich oberflächlich und unkreativ. Das fing schon bei den Namen an: Masadonien, Atlantianer, Naill …

Für Poppys Gabe gibt es ebenfalls keine richtige Erklärung. Das gibt es generell für sehr wenig. Die Autorin wirft einfach mit Begrifflichkeiten um sich und macht es sich einfach. Es gibt sogar eine Szene, in der Poppy darüber nachdenkt, dass sie keine Freundschaften schließen darf, da es ihr einziger Zweck ist, dem Reich zu dienen, indem sie zu den Göttern geht. Wieso? Keine Ahnung. Niemand will es ihr erklären! Zack, fertig. Damit gibt sie sich zufrieden.

Wisst ihr, für mich muss nicht alles sofort erklärt werden. Vieles darf sich erst im Laufe einer Geschichte ergeben, aber in Blood and Ash gibt es für mich einfach zu viele Leerstellen, was den Weltenbau betrifft. Und wenn es dann doch einmal um die mystischen Wesen und die Historie geht, hat sich Jennifer L. Armentrout für feinstes Infodumping entschieden. Das geht doch besser. Gerade wenn man Fantasy schreiben will.

Handlung und Foreshadowing

Die Handlung fand ich zu Beginn spannend. Anders hätte ich an dem ersten Tag auch nicht so viel gelesen. Es wurden so viele unterschiedliche Konfliktpunkte angesprochen, dass ich gar nicht wirklich wusste, um was es eigentlich in der Geschichte gehen soll, aber das mochte ich zu diesem Zeitpunkt gern. Wir haben einmal Poppy, die über eine besondere Gabe verfügt; dann haben wir eine Bedrohung für das gesamte Reich; dann noch eine Bedrohung für das gesamte Reich, die mit der ersten Bedrohung zusammenhängt, aber dann doch irgendwie unabhängig von ihr ist. Schließlich haben wir Konflikte am Hof, die Poppy betreffen, und letztlich noch die Liebesgeschichte. Am Schluss ist dann aber doch irgendwie alles anders und alles Bisherige nicht wirklich von Bedeutung.

Im Prinzip finde ich diesen facettenreichen Handlungsaufbau gut, aber letztlich hat er für mich nicht funktioniert, weil er nur facettenreich scheint. Je weiter ich gelesen habe, desto vorhersehbarer wurde alles und desto mehr verloren die einzelnen Punkte an Bedeutung. Wir haben bei Blood and Ash einfach ziemlich schlechtes Foreshadowing. Was für Leser:innen nach wenigen hundert Seiten klar ist, checkt Poppy erst am Ende des Buches. Das hat die Lektüre für mich irgendwann recht langweilig gemacht und mir die Spannung genommen.

Poppy

Nun … Poppy ist die Protagonistin, und wie ich schon beim Abschnitt über den Schreibstil erwähnt habe, soll sie tough, cool und unfassbar mutig und brutal sein. Mein Problem: Ich hab ihr das nicht abgekauft. Mein nächstes Problem: Sie durchlebt keinerlei Charakterentwicklung. Bitte, bitte erzählt es mir, wenn ihr eine Charakterentwicklung bei Poppy erkannt habt. Ich habe mich wirklich bemüht, aber ich habe nichts gefunden!

Für mich ist die Poppy, die wir zu Beginn kennenlernen, die Poppy, die wir am Ende des Romans haben. Nur dass sie zum Schluss verliebt ist. Poppy lebt am Hof eines Herzogs, der eine Art religiösen Kult lebt und in dem Poppy die sogenannte Jungfräuliche ist. Das bedeutet, dass sie mit einem Schleier und nur in Weiß durch die Gegend laufen darf, praktisch isoliert lebt, keine Freundschaften pflegen und praktisch nichts machen darf, damit die Götter sie nicht für unwürdig erachten. Das alles merkt man Poppy aber null an. Sie spricht wie ein Teenager aus unserer Zeit, ist wortgewandt, schlagfertig und eigentlich sind ihr jegliche Konsequenzen egal. Dass sie Angst vor einer Strafe der Götter hat, weil sie sich ihren Anordnungen widersetzt? Fehlanzeige.

Ich wusste zwar nicht viel über Hawke, aber er war kein Fremder, zumindest fühlte es sich nicht so an. Ich hatte keine Angst vor ihm.

— S. 43

Die jungfräuliche Rebellin von Blood and Ash

Poppy hat auf dieses Leben verständlicherweise keine Lust. Ich kann das verstehen, aber ich finde es nicht authentisch, wenn sie gefühlt keine sozialen Kontakte hat, isoliert lebt und nicht am Leben teilnehmen darf und ihr zu allem Überfluss von Kindesbeinen an dieser Kult eingetrichtert wird!

Nun gut, ihre sozialen Kontakte bestehen aus drei Personen: ihrer Zofe Tawny und ihren Wächtern Vikter und Rylan. Aber selbst in diesen Beziehungen hat Poppy Regeln zu beachten, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie von ihnen so sehr beeinflusst wird. Zumal Tawny auch nicht alles unterstützt, was Poppy macht. Ich weiß nicht, wo ich es sonst einbauen soll, aber ich möchte hier auch noch kritisieren, dass Tawny ein Token Brown Character ist, nichts zur Handlung beiträgt und von Poppy sofort vergessen wird, sobald sie den Hof hinter sich lässt.

Die rebellische Poppy schleicht sich jedenfalls mit ihrem Leibwächter Vikter nachts nach draußen, um sich den sogenannten Verfluchten zu widmen. Vikter hat zudem vor Jahren angefangen, Poppy heimlich zu trainieren, sodass sie nun supergefährlich ist und mit Waffen umgehen kann. Sie hat sich also schon immer etwas rebellisch verhalten und das zieht sich durch das gesamte Buch. Poppy verändert sich in Blood and Ash nicht und ich finde das für eine Protagonistin einfach sehr schade.

Vielleicht waren seine Blicke aber auch nur ein Produkt meiner Fantasie, die von dem winzigen, verborgenen Wunsch genährt wurde, dass ich in ihm dieselbe Neugierde entfachte wie er in mir.

— S. 32

Nicht die hellste Kerze …

Aber auch dass sie halt so rebellisch und tough und cool sein soll, habe ich Poppy nicht abgekauft. Es tut mir leid, das so hart sagen zu müssen, aber ich finde Poppy einfach unfassbar dumm und naiv. Sie hinterfragt nichts und versteht die Welt, in der sie lebt, auch nicht. Gleichzeitig gibt sie sich damit zufrieden, dass ihre Fragen nicht beantwortet werden und so nimmt sie ihre Rolle eben einfach hin.

Was für Leser:innen innerhalb kürzester Zeit mehr als offensichtlich ist, hat Poppy dann in einer Art Fiebertraum fünfhundert Seiten später gecheckt. Ich spreche dabei von Hawke und seiner wahren Identität. Sie lernt ihn als vermeintlichen Leibwächter kennen, was von Anfang an etwas komisch ist, weil er eigentlich zu jung und neu am Hof ist, um diese Position zu bekommen. Das wird von Nebenfiguren sogar erwähnt, ist Poppy aber egal. Ich weiß gar nicht, wie viele Anspielungen es zu Hawkes wahrer Identität gibt, aber es ist so offensichtlich gewesen, dass er Edward 2.0 ist, dass ich mir am liebsten mit der Hand gegen die Stirn gehauen hätte bei Poppys dummen Gedanken.

Sie denkt halt wortwörtlich, dass er so spricht, als wäre er viel älter, als er aussieht. Oder dass es ja total komisch ist, dass er im Dunkeln so gut sehen kann. Einmal erzählt sie Hawke, dass der Herzog sie verprügelt. Plötzlich ist der Herzog tot und Hawke verschwunden. Ja, wer hat den Herzog denn nur umgebracht? Ich weiß es nicht! Andere Figuren sprechen sogar von Hawke als Prinzen, während Poppy es einfach nicht rafft und sich über die seltsamen Formulierungen der anderen wundert. Das Witzigste daran ist, dass Hawke Poppy nach allem noch als klug bezeichnet.

Poppy als Spielfigur?

Dass ich Poppy naiv finde, hat auch etwas damit zu tun, dass sie als Spielfigur von Männern auftritt und dieses Hin- und Hergeschiebe einfach so hinnimmt. Als erstes richtet sie ihr Leben nach dem Herzog, ohne irgendetwas zu hinterfragen. Weder das gesamte Weltbild noch den Kult, der ihr nicht erklärt wird. Später passiert das gleiche bei Hawke. Er erklärt ihr, dass die Welt nicht so ist, wie es ihr erzählt wurde, und das nimmt sie dann so hin. Das hat Hawke sicherlich gefreut.

Hey, ich sag’s euch, es hat mich wütend gemacht. Hawke erzählt ihr, wie die ganzen historischen Dinge abgelaufen sind und wer welche Rolle spielt. Poppys gesamtes Weltbild wird dabei zerstört. Nichts ist, wie es ihr eingetrichtert wurde. Poppy kommt dabei zu dem Ergebnis, dass das, was Hawke ihr erzählt hat, wahr sein muss, weil es eine zu komplexe und zu durchdachte Lüge wäre. So was kann sich keiner ausdenken! Aber wie sieht es denn andersherum aus? Sie hat demnach doch ihr ganzes Leben lang in einer Lüge gelebt. Das nimmt sich doch nichts? Beides sind komplexe Geschichte, die sich in nichts nachstehen, und es nervt mich, dass man ihr einfach sagen muss, dass etwas wahr ist, und sie nimmt es hin, ohne selbst zu denken und eine andere Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

Die Frage ist hier jedoch, was Poppy nicht hinnehmen würde. Sie wehrt sich gegen nichts! Es kommt ja raus, dass Hawke ihr eine falsche Identität vorgegaukelt hat, sie betrogen hat, Menschen tötete, die ihr nahestanden, sie entführt und anlügt. Das ist ihr letztlich aber auch egal. Wieso? Ich schätze, weil er heiß ist.

»Was, wenn du auch zu den Leuten gehörst, die ich nicht sehen will?«
»Wir wissen beide, dass das nicht der Fall ist.« Sein Blick glitt über meinen Körper. »Ganz im Gegenteil.«

— S. 509

Hawke

Kommen wir nun zu der Figur, die für mich das gesamte Buch ruiniert hat. Ja, ich weiß, bisher klingt alles schon nicht ganz so nice, aber Hawke ist einfach das I-Tüpfelchen dieser Misere. In Büchern, gerade im Bereich Fantasy, lasse ich mehr durchgehen, als ich es im echten Leben tun würde. Ich denke, so geht es vielen Leser:innen. Man drückt einfach ein Auge zu und sieht über gewisse Dinge hinweg. Bei Blood and Ash ging das für mich nicht, weil es sich viel zu viel summiert hat. Und das liegt größtenteils an Hawke.

Was ist Respekt?

Fangen wir vielleicht damit an, dass Hawke Poppy weder respektiert noch ihre Wünsche toleriert. Poppy kriegt von ihm bei ihrer ersten Begegnung den Spitznamen Prinzessin verpasst. Das missfällt ihr und sie bittet ihn im Verlauf der Geschichte mehrfach, sie nicht so zu nennen. Er tut es trotzdem. Zudem möchte unsere Protagonistin nicht von jedem Poppy genannt werden – lediglich Personen, die ihr nahestehen, dürfen sie so nennen. Nachdem Poppy von Hawke verschleppt wird, nennt er sie Poppy, woraufhin sie sagt, dass er das bitte unterlassen soll. Auch darüber setzt er sich hinweg.

Das an sich ist schon nicht korrekt, wird allerdings durch Hawkes Doppelmoral noch übertroffen. Denn der Gute heißt ja gar nicht Hawke und will unter keinen Umständen von Poppy so angesprochen werden, nachdem sie seinen wahren Namen erfahren hat. Während er sie also weiterhin fröhlich Poppy nennt und ihre Wünsche und Bitten übergeht, verlangt er genau das gleiche, was sie von ihm verlangt, nur dass sie sich sofort dran halten muss und sich kein Fauxpas erlauben darf? Wo sind wir denn hier?

Aber hey, Hawke weiß es halt einfach besser. Denn eigentlich gefällt es Poppy doch, dass er ihre Wünsche nicht respektiert, oder? Ich mein, er spricht ihr mehrfach die Meinung ab und behauptet dreist, dass sie xyz ja insgeheim will (es gibt so viele Szenen in Blood and Ash, in denen er ihr erklärt, was sie eigentlich will, dass ich hier nur xyz schreibe) oder sie sich dies und jenes doch wünscht. Sie weiß es nur nicht besser.

Hauptsache Sex?

Es gibt eine Szene, wo Poppy und Hawke im Blutwald sind und Hawke beschließt, Poppy mit seiner Hand zu befriedigen. Mit dabei sind auch die Wachen, und Poppy lässt Hawke wissen, dass es ihr unangenehm ist, diese Dinge zu tun, wenn andere zuhören könnten. Hawke lügt sie knallhart an und sagt, dass niemand zuhören kann – was nicht stimmt, da sich unter den Wachen sogenannte Wölfische befinden –, woraufhin sie weitermachen. Was für ein Perverser ist Hawke bitte? Hauptsache er kann das durchziehen, was er will.

Generell war ein großes Problem bei Hawke für mich, dass er alles sexualisiert, was mit Poppy zu tun hat. Diese enorme Sexualisierung ging für mich einfach nicht. Ein Beispiel? Einmal befinden sich Poppy und Hawke in einer Art Gefängniszelle. Das Machtverhältnis ist hier – wie den gesamten Roman über – vollkommen unausgewogen. Poppy war verletzt, befindet sich in einer Zelle und er hat sie gerade geheilt. Es kommt zu einer Situation, bei der Hawke Poppy gegen eine Wand drückt und sie sich wehrt. Klingt schon unangenehm, oder? Aber hey, für ihn ist das alles ziemlich heiß.

Ich glaube, es ist ihm einfach alles egal. Es gibt eine Szene, in der Poppy und Hawke im Wald miteinander schlafen. Diese Szene bestätigt seinen Egoismus für mich nur und zeigt, wie sehr er seine Macht ausnutzt, um das zu bekommen, was er will. Ich will gar nicht näher auf diese Szene eingehen, aber ich finde diese Stelle nicht ok. Für mich ist diese Szene der ultimative Beweis, wie toxisch, widerlich und gefährlich diese Beziehung ist.

Mühelos entwand Hawke mir das Schwert. »Das war wirklich sehr ungezogen. Du bist so schrecklich brutal.« Er senkte den Blick und flüsterte. »Und das macht mich heiß.«

— S. 557

Keine Liebe in Blood and Ash

Die gesamte Beziehung von Poppy und Hawke wird in Blood and Ash kein einziges Mal reflektiert und einfach nur romantisiert. Das ist für mich nicht in Ordnung, weil es das Bild vermittelt, dass solche ungesunden Beziehungen in Ordnung sind.

Hawke ist für mich einfach nur ein übergriffiger Widerling, der Poppy nonstop übergeht, und ich hoffe, dass Leser:innen dies erkennen. Ganz egal, ob jemandem das Buch gefällt oder nicht, hoffe ich, dass realisiert wird, dass Hawke sich echt nicht ok verhält.

Für mich ist so viel in diesem Buch schiefgelaufen, dass ich meine anfängliche Begeisterung vollkommen verdrängt habe. Das Beziehungsbild in Blood and Ash ist toxisch und sollte meiner Meinung nach reflektiert werden.

Janika Zeilenwanderer Signatur

Eckdaten: Jennifer L. Armentrout – Blood and Ash – Heyne – 2021 – 672 Seiten – 16,99 €

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Comments

  • evilgenius

    Oktober 31, 2021 at 19:18
    Reply

    Hey ^^ Ja, einst fand auch ich, dass der Klappentext dieses Buchs gut klingt, aber eine Rezension, die deiner ganz ähnlich ist, hat mich davon abgehalten, es mir vorzunehmen. Genau deshalb sind solche Rezensionen, die ein bisschen mehr ins Detail gehen und, wenn nötig, auch spoilern, so wichtig! evilgenius

    • Janika
      to evilgenius

      November 5, 2021 at 10:20
      Reply

      Hey hey, ja, ich habe auch recht viele negative Dinge gehört, habe mir die Rezensionen aber nicht ordentlich durchgelesen. Als dann eine Freundin auf mich zukam und meinte, es sei so gut, bin ich schwach geworden. Na ja, im ganzen Sumpf der positiven Rezis gibt es jetzt eben noch eine […] Read MoreHey hey, ja, ich habe auch recht viele negative Dinge gehört, habe mir die Rezensionen aber nicht ordentlich durchgelesen. Als dann eine Freundin auf mich zukam und meinte, es sei so gut, bin ich schwach geworden. Na ja, im ganzen Sumpf der positiven Rezis gibt es jetzt eben noch eine negative mehr :D Liebe Grüße! Read Less

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