Erin Summerill – Auf immer gejagt

Heute möchte ich euch ein Buch vor­stellen, das ich be­reits vor ei­ni­gen Mo­na­ten ge­le­sen habe. Eine Re­zen­sion zu Auf immer gejagt blieb bis­her aus, da­her ho­le ich dies heu­te nach. Wenn ihr ein Fan von aben­teu­errei­chen Fan­ta­syro­manen seid, in denen das ein oder andere ro­man­tische Kribbeln in der Luft liegt, lest doch weiter. Auf immer gejagt könnte dann näm­lich ein Buch ganz nach eurem Ge­schmack sein!

Das Wenige, was ich in meinem Leben hatte, hat sich als Lüge entpuppt.

— S. 230

Kurzbeschreibung

Tessa ist ein Kind zweier Län­der und wird von den Bür­gern ihrer Stadt nicht ak­zep­tiert. Die­ser Sta­tus ver­schlimmert sich, als ihr Va­ter stirbt und sie nie­man­den mehr ih­ren Freund und Ver­bün­de­ten nennen kann. Ihr eins­ti­ger Freund, Cohen, für den sie auch star­ke Ge­füh­le empfin­det, ver­ließ vor Mo­na­ten die Stadt und da­mit auch ihr Le­ben. Nun be­gibt sie sich, auf Druck des Kö­nigs, auf die Su­che nach dem Mör­der ihres Va­ters. Nur scheint die­ser Cohen zu sein, und so be­ginnt Tessa die Suche nach Ge­rech­tig­keit, Liebe und ei­ni­gem mehr …

Meinung

Meine Meinung zu Auf immer gejagt ist zwie­ge­spalten und es fällt mir tat­säch­lich schwer, mein Lese­empfin­den in Wor­te zu fassen. Die Idee sowie den Spannungs­bo­gen und Schreib­stil fand ich sehr ge­lungen. Die Haupt­fi­guren mach­ten mir die eben genannten Punk­te je­doch zu­nich­te.

Schreibstil & Spannungsbogen

Auf immer gejagt liest sich flüssig und leicht. Die Au­to­rin ver­steht es, die Um­ge­bungsbeschreibungen und in­teressan­te De­tails so in die Ge­schich­te einzuwe­ben, dass alles sehr le­bendig und bild­reich ist. Ganz klar: Leser be­kommen ein fan­tas­tisches, ja bei­nahe mär­chen­haf­tes Setting ge­bo­ten. Das hat mir aus­ge­spro­chen gut ge­fallen. Be­son­ders dass mit­unter auch sehr genau auf die Natur ein­gegan­gen wird und Leser mit Tessa ge­mein­sam die Wälder er­for­schen. Ich finde, eine ausführliche Be­schrei­bung des Settings ge­hört zu je­dem guten Fantasy­roman.

Was mir ebenfalls gefallen hat, war die Tatsache, dass die Handlung schnell einsetzt. Zu Beginn des Romans muss man nicht lange warten, bis Tessa ihre Mission ins Auge fasst. Hin und wieder haben sich die Passagen jedoch etwas ge­zogen, aber man kann auch nicht er­warten, dass die Pro­tago­nis­ten nonstop Aben­teu­ern aus­gesetzt sind. Leider konnten die et­was ruhigeren Sze­nen, in meinen Augen, nicht durch unter­hal­tende Dia­lo­ge punk­ten, so dass ich Auf immer gejagt mitunter doch als sehr langatmig empfand. Der Spannungsbogen hat ansonsten einiges hergegeben, auch wenn die Rahmen­hand­lung an sich leicht vor­her­seh­bar blieb, was mich nicht gestört hat. Denn Auf immer gejagt hat es trotz­ seiner Vorhersehbarkeit hin­be­kommen, mich ei­ni­ge Ma­le zu über­raschen. Gerade zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und das Buch lässt Leser mit Lust nach mehr zurück! 

Tessa & Cohen

Leider hatte ich in diesem Buch sehr große Schwie­rig­kei­ten, mich mit den Charak­teren zu iden­tifi­zieren. Die Ge­schich­te wird aus Tessas Pers­pek­tive erzählt, wo­durch Leser eine ge­naue (und sehr schöne) Be­schrei­bung des Er­leb­ten so­wie ihrer Gefühle erhalten. Teil­weise gibt es Flash­backs aus ihrer Ver­gangen­heit, die ich auch sehr interessant zu lesen fand. Aller­dings ist mir Tessa nicht ans Herz ge­wachsen. Ganz im Gegen­teil, Tessa ging mir ziem­lich auf die Nerven, ins­beson­dere was die Hass­liebe zu Cohen be­trifft. Sie ist weder konse­quent noch willens­stark und es hat mich quasi in den Wahn­sinn ge­trie­ben, dass sie sich eini­ges fest vor­nimmt, und so­bald sie die Chance hat, ihre Ta­ten umzu­setzen, doch das macht, was sie nicht wollte. 

Ich betrachte Cohen, der vor mir durch den Fluss pflügt. Meine Gedanken kreisen unaufhörlich um ihn, bis mein schlechtes Gewissen sich meldet und sie verdrängt. Die Aufgabe, die vor uns liegt, ist so viel wichtiger als die Sache zwischen uns. Daran muss ich mich immer wieder erinnern.

— S. 334

Im Verlauf der Hand­­lung tritt Tessas Un­ent­schlossen­heit sehr oft zu­tage, be­son­ders in Be­zug auf Cohen. Wes­halb sie Cohen für so un­wider­steh­lich hält, ist mir ein Rät­sel. Für mich wirkte er von An­fang an ego­is­tisch und nicht ver­trauens­würdig. Sein Ver­halten konnte ich mir nicht so recht er­klären. Das oben dar­gestell­te Zi­tat fasst einen Groß­teil der Hand­lung auch gut zusammen: Kaum ist Cohen in Tessas Nähe, dre­hen sich ihre Ge­danken einzig um ihn und alles an­dere ist ver­gessen. Mir per­sön­lich war es ein­fach ein bisschen zu viel Hin und Her zwi­schen den beiden. Hätte man den Fo­kus einen Ticken mehr auf die spannende Rahmen­hand­lung ge­legt, hätte mir die Lek­türe ver­mut­lich um ei­ni­ges mehr zugesagt.

Weitere Figuren

Die Charak­tere, die ich auf An­hieb mochte, tra­ten leider nur für wenige Sei­ten auf und wur­den auch nicht de­tailliert be­schrie­ben, so dass sie schemen­hafte, leere Hüllen blie­ben. Es ist bei Auf immer gejagt sehr offen­sicht­lich welche Figur ver­hältnis­mäßig wich­tig ist und welche nicht. Dass ich nun leider einige Probleme mit den Protagonisten hatte, empfinde ich als sehr schade. 

Für mich ist es immer schwie­rig, ein Buch wirk­lich zu ge­nie­ßen, wenn mich die Fi­guren, um die es geht, nicht an­spre­chen. Tessa und Cohen sind keine Figuren, die ich, sagen wir ein­fach mal, im ech­ten Leben kennen­lernen wollen würde, da ich sie lang­weilig und ner­vig finde. Das hat für mich den Lese­spaß in die­sem Ro­man er­heb­lich gesenkt, ob­wohl die Ge­schich­te an sich viel Po­ten­zial hat und für die ein oder andere schöne Lese­­stunde sorgte. Wissen wie es weitergeht, möchte ich aber dennoch und so freue ich mich trotz etwas schwie­riger Fi­guren auf die Fort­set­zung, die uns noch diesen Sommer beschert wird.

Ein unterhaltender Schmöker, der sich aufgrund des schönen Covers in jedem Bücherregal sehen lässt. Durch die leicht unsympathischen Charaktere werde ich mir dieses Buch vermutlich nur noch von außen angucken und nun freudig in andere Welten eintauchen, mit deren Figuren ich mich besser identifizieren kann.

Janika Zeilenwanderer Signatur

 

Eckdaten: Auf immer gejagt von Erin Summerill (übersetzt von Nadine Püschel) – Carlsen – 2017 – 416 Seiten – € 19,99 [D] – ab 14 Jahren

Bewertung

Eine unterhaltende schöne Abenteuerlektüre, die durch etwas sympathischere Figuren noch unterhaltsamer gewesen wäre.

— Janika
2 comments
8 likes
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Comments

  • elizzy91

    März 13, 2018 at 10:47
    Antworten

    Hallo Janika, eine tolle Rezension, die ich wirklich gerne lese. Schade konnten dich die Protagonisten nicht wirklich überzeugen!

    • Janika
      to elizzy91

      März 13, 2018 at 17:00
      Antworten

      Liebe Elizzy, vielen Dank :) Ja, ich finde es auch schade, dass mich die Protagonisten nicht überzeugen konnten, aber so ist das manchmal eben. Das Lesen hat mir trotzdem viel Spaß gebracht und 7/10 Punkten ist eine gute Bewertung :) Liebe Grüße, Janika

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