Kurzrezension: Sarah Glicker – Kisses under the Mistletoe

Ihr Lieben, ich habe euch be­reits ge­sagt, dass ich mich ab so­fort ein we­nig mehr auf weih­nacht­li­che Lek­tü­ren kon­zen­trie­ren möch­te und die ers­ten zwei Weih­nachts­ro­ma­ne habe ich be­reits ge­le­sen. Ei­nes da­von möchte ich euch heute in Form einer Kurz­re­zen­sion vor­stellen. Also viel Spaß mit mei­ner Buch­be­spre­chung zu Kisses under the Mistle­toe von Sarah Glicker.

Worum geht’s in Kisses under the Mistletoe?

Cassidy freut sich ganz be­son­ders auf das kommen­de Weih­nachts­fest. Bis­her hat sie Weih­nach­ten immer mit ihrer ober­fläch­li­chen Fa­mi­lie ver­bracht, doch in die­sem Jahr be­glei­tet sie ihre bes­te Freun­din Reese in de­ren Hei­mat­dorf in den Rocky Moun­tains. Als sie dort an­kommen, treffen sie auf Reeses Cou­sin Tyler, der zwar ver­bo­ten gut aus­sieht, sich aber un­mög­lich be­nimmt. Auch ge­gen­über Cassidy ver­hält er sich ab­wei­send. Doch eines Abends nach einer Prü­ge­lei setzt sich Cassidy für Tyler ein und die bei­den kommen sich näher. Sie er­kennt, dass unter Tylers har­ter Fassa­de ein wei­cher Kern steckt. Aber noch weiß sie nichts von sei­nem Fa­mi­lien­ge­heim­nis …

Meinung

Uff, der erste Weih­nachts­ro­man 2019 ist lei­der ein Rein­fall ge­we­sen. Was mich an Kisses under the Mistle­toe an­sprach, war das Setting in den Rocky Moun­tains. Leider konnte man von dem Setting im Nach­hi­nein nicht viel spü­ren. Auch wirk­li­che Weih­nachts­stimmung kam wäh­rend der Lek­tü­re nicht bei mir auf und die Lie­bes­ge­schich­te konnte mich eben­falls nicht über­zeu­gen. Dies liegt vor allem an dem ra­san­ten Er­zähl­tem­po, denn ich konnte die Ge­füh­le von Cassidy und Tyler, die inner­halb von zwei Ta­gen ent­ste­hen, nicht nach­voll­zie­hen. Ge­rade Äuße­run­gen wie »Es gibt nur eine Frau, mit der ich zu­sammen sein will. Und das bist du.« (Pos. 1287) finde ich nach einer so kur­zen Zeit doch et­was un­rea­lis­tisch.

kisses under the mistletoe

Auch konnte ich die Fas­zi­na­tion, die Cassidy für Ty­ler hegt, nicht ver­ste­hen. Es tut mir ja leid, aber wel­che Ei­gen­schaf­ten hat Tyler, in die man sich ver­lie­ben könnte? Er be­trinkt und prü­gelt sich, strei­tet in einer Tour mit seiner Ver­wandt­schaft und ist all­ge­mein kei­ne son­der­lich fried­volle Per­son. Hier sei er­wähnt, dass Tylers Ver­wandt­schaft eben­falls nicht gera­de um­gäng­lich ist. Schub­la­den­den­ken liegt an der Ta­ges­ord­nung, und so­bald Tyler einen Raum be­tritt wird ge­zickt. Auch Reese, die bes­te Freun­din von Cassi­dy, pro­vo­ziert am lau­fen­den Band. Ich mochte diese stän­di­gen Zi­ckerei­en nicht, denn wenn eins die fest­li­che Stimmung ver­saut, dann sind es Strei­te­rei­en.

Auch Cassidy ist in die­sem Punkt nicht besser. Tyler trifft bei­spiels­wei­se ein­mal auf seine Ex­freun­din Oli­via, wäh­rend sich Cassidy im Raum be­fin­det. Sie und Tylers Ex­freun­din spre­chen nicht di­rekt mit­einan­der, son­dern gucken sich le­dig­lich böse an. Als Frau hasst man sich na­tür­lich auto­ma­tisch und es herrscht von der ersten Mi­nute an eine feind­li­che Atmos­phä­re. Als Cassidy den Raum ver­lassen möch­te, er­gibt sich diese schö­ne Szene:

»Man sieht sich«, sagt Olivia mit ihrer schrillen Stimme als ich an ihr vorbeigehe.
Ich bleibe abrupt vor ihr stehen und kneife meine Augen ein wenig zusammen. Herablassend betrachte ich sie von oben bis unten. Sie hat keine Ahnung, mit wem sie sich gerade angelegt hat. Schließlich weiß sie nicht, wo ich groß geworden bin.

— Pos. 1234

Ich weiß ehr­lich ge­sagt gar nicht, was ich zu der Re­ak­tion von Cassi­dy sa­gen soll. Mit den Worten »Man sieht sich« hat sich Tylers Ex mit ihr an­ge­legt? Ist diese Aus­sa­ge wirk­lich ein Grund, je­man­den mit zu­sammen­ge­kniffe­nen Au­gen an­zu­gu­cken und herab­lassend von oben bis un­ten zu mus­tern? Spä­tes­tens ab die­sem Moment wur­de Cassi­dy zu einer Pro­ta­gonis­tin, die ich nicht mochte.

Der Schreib­stil hat mir auch nicht zu­ge­sagt und eigent­lich habe ich nichts Gutes zu die­sem Buch zu sagen, wo­bei ich die Fi­gu­ren mit Ab­stand am schlimmsten fand. Sie hatten kei­ner­lei Tief­gang, wirk­ten ab­so­lut ober­fläch­lich und ich empfand alle als streit­süch­tig. Das Knis­tern zwischen Cassi­dy und Tyler blieb bei mir aus, ge­nau­so wie die be­sinn­li­che Stimmung. Ich kann das Buch lei­der nicht empfeh­len. Immer­hin ist die Ge­schich­te mit 176 re­la­tiv über­schau­bar und man kann das Buch schnell be­enden.

Oberflächliche Figuren, die keinen Streit ausfallen lassen, sich aber dafür in Nullkommanichts verlieben können. Leider kam bei all den Streitereien keine weihnachtliche Atmosphäre auf und ich kann das Buch nicht empfehlen.

Janika Zeilenwanderer Signatur

Eckdaten: Sarah Glicker – Kisses under the Mistletoe – Forever – 2019 – 176 Seiten – 3,99 €

2 comments
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Comments

  • Elizzy

    Dezember 10, 2019 at 13:09
    Antworten

    Liebste Janika, danke für diese Rezension und deinen Einblick in die Geschichte. Oh jee das klingt ja so überhaupt gar nicht nach einem weinachtlichen Buch! Wie schrecklich dass sich alle so streiten und auch die Szene mit der Ex fand ich doch auch sehr fragwürdig... schade um deine Lesezeit! […] Read MoreLiebste Janika, danke für diese Rezension und deinen Einblick in die Geschichte. Oh jee das klingt ja so überhaupt gar nicht nach einem weinachtlichen Buch! Wie schrecklich dass sich alle so streiten und auch die Szene mit der Ex fand ich doch auch sehr fragwürdig... schade um deine Lesezeit! Ich hoffe sehr, dein nächstes Buch überzeugt dich mehr! Read Less

    • Janika
      to Elizzy

      Dezember 14, 2019 at 12:58
      Antworten

      Hallo meine Liebe, ja, ich weiß auch nicht, was sich die Autorin bei der Geschichte und vor allem bei den Figuren gedacht hat! Aber da unterscheiden sich Geschmäcker wohl auch einfach manchmal :/ Alles Liebe. Janika

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