Sarah J. Maas – Throne of Glass IV
(Königin der Finsternis)

Es liegen 784 wundervolle Seiten Fantasyliteratur hinter mir und ich erzähle Dir endlich etwas über den vierten Teil von Throne of Glass: Königin der Finsternis. Ich habe mich sehr gefreut dieses Buch ein weiteres Mal zu lesen. Nicht nur dass ich die Originalausgabe im Englischen sehr genossen haben. Nein! Nach Beendigung dieser Lektüre kann ich mit Tower of Dawn beginnen, auf das ich mich wirklich freue. Aber zuerst meine Gedanken zu Königin der Finsternis. Viel Spaß beim Lesen!

Kurzbeschreibung

Aelin Ashryver Galathynius kehrt zurück nach Rifthold — die Stadt, die von ihrem meistgehassten Feind regiert wird. In Rifthold hat sie noch einige Rechnungen offen, bevor sie als Königin zurück in ihre Heimat kehren und sich noch größeren Herausforderungen stellen kann. Ihr Freund Dorian ist noch immer von einem Dämon besessen, die Magie ist weiterhin gebannt und ihr alter Assassinenmeister Arobynn hat ihren Zorn noch nicht zu spüren bekommen.

Meinung

Königin der Finsternis ist schon ein ganz schöner Brocken, aber einer, den man schnell durchliest. Sarah J. Maas hat es mit ihrem Ausdruck und Spannungsaufbau wieder hinbekommen, einen absoluten Pageturner zu kreieren. Die Geschichte umfasst viele Erzählperspektiven rund um Aelin, Chaol, Dorian und ihre Weggefährten. Zudem finden sich einige Kapitel wieder, die aus den Augen von Nebencharakteren berichtet werden, wie beispielsweise Kaltain.

Erzähltechnik

Die eben erwähnten Nebencharakter-Kapitel kommen jedoch nur als Einzelkapitel vor und wiederholen sich selten. Die Hauptcharaktere erzählen wie gehabt den größten Teil der Geschichte. Dadurch bekommen Leser einen vielschichtigen Einblick in die fiktive Welt, die unterschiedlichen Charaktere und erlangen zudem Informationen, die manchen Figuren selbst unbekannt sind.

Das Wissen, das Manon und Elide beispielsweise mit den Lesern teilen, wäre für Aelin mehr als praktisch. Die Lesewelt wird durch diese Erzähltechnik unglaublich groß und facettenreich. Das Lesen macht wirklich Spaß, da man mit sämtlichen Figuren mitfiebert — egal auf welcher Seite sie stehen. Schwierigkeiten aufgrund der hohen Erzählperspektiven hat man beim Lesen selbst nicht. Die meisten Charaktere kennt man bereits aus vorherigen Bänden und kann sie daher leicht verorten.

Figurenkonstellationen

Sarah J. Maas kriegt es auch in diesem Roman hin, jeder Figur eine außergewöhnliche, einzigartige Persönlichkeit zu geben oder diese weiter zu vertiefen. Aelin und Manon sind dabei nach wie vor meine Favoriten, doch auch Rowan und Aedion haben mich mit ihrem Fae-Revier-Gehabe oft zum Lachen oder Schmunzeln gebracht.

Chaol ist seinem Charakter treu geblieben: loyal und mit viel Ehrgefühl. Seine Ehre ist alles, was ihm geblieben ist und er hat Schwierigkeiten mit Aelin, von der er sich hintergangen fühlt. Durch die Feindseligkeiten, die weiterhin zwischen den beiden herrschen, konnte er mir leider immer noch nicht wieder ans Herz wachsen. Seine Kapitel empfand ich daher als ziemlich anstrengend. Aber hey, das ist ja das Großartige an Sarah J. Maas’ Schreibstil: Er weckt im Leser Empfindungen und zwar eine ganze Menge. Immer wieder konnte mir die Autorin durch ihren episch, heroischen Schreibstil so manch eine Gänsehaut verpassen.

Spannungsbogen & Inhalt

Der Spannungsbogen in Königin der Finsternis bleibt konstant hoch. Ob Leser sich nun mit den Sehnsüchten der einzelnen Figuren, der Freisetzung der Magie, Aelins Racheplänen an Arobynn, den Sorgen der Hexen oder aber der Bekämpfung des Königs beschäftigten — Es kehrt kaum Ruhe ein. Mir persönlich hat dies sehr gut gefallen, gerade weil die Handlung trotz der vielen Action gut durchdacht ist.

Sowohl Aelin, Manon als auch Aedion und Rowan handeln nie willkürlich, auch wenn ihre Taten manchmal den Anschein erwecken, sie würden nach Lust und Laune handeln. Jede Figur hat sein eigenes Motiv, sein Ziel, das erreicht werden will und vielleicht finde ich den Spannungsbogen auch deshalb so stark: Weil es so viele unterschiedliche Missionen und Figuren gibt.

Es ist nicht nur ein Hauptproblem, um das sich gekümmert werden muss. Nein, jeder Charakter hat sein Päckchen zu tragen und diese werden in Königin der Finsternis auf unterschiedlichste Arten aufgedeckt. Es gibt zahlreiche Wendepunkte und enorme Charakterentwicklungen, so dass es unmöglich ist, das Buch aus den Händen zu legen.

Charakterentwicklung & Vielschichtigkeit

Die Charakterentwicklung sieht man besonders stark bei Aelin. Sie ist nicht mehr Celaena, die wir aus den ersten Büchern kennen und sie will auch nicht mehr mit ihr in Verbindung gebracht werden. Sie war ein Teil von Aelin und gehört zu ihrer Vergangenheit, aber damit hat es sich nun auch. Aelin ist eine Königin und so benimmt sie sich. Ihr Hauptziel, die Rettung ihres Volkes, hat für sie oberste Priorität und sie ist bereit, jedes Hindernis zu überwinden, das ihr dabei ihm Weg steht. Aber nicht nur ihr Handeln und ihre Denkweise, die nun weniger egoistisch ist, haben sich geändert. Ihre ganze Ausstrahlung ist die einer Königin, wie auch ihre Begleiter, besonders Chaol, immer wieder bemerken.

Was mich bei der Throne of Glass-Saga wirklich begeistert, ist, dass sich die Reihe von Band zu Band steigert und immer fantastischer wird. In den beinahe 800 Seiten erleben Leser eine derart vielschichtige und komplexe Geschichte, bei der niemals Langeweile oder Stillstand aufkommt. Durch die vielen einzelnen Erzählstränge formt sich ein großes Ganzes, was für Leser nachvollziehbar und faszinierend zugleich ist. Eine absolut gelungene Fortsetzung der Reihe.

Lektorat

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass mich dieses Buch an manchen Stellen sehr wütend gemacht hat. Nicht durch die Geschichte — Nein, Sarah J. Maas fesselt Leser nach wie vor mit ihrer zauberhaften Welt. Der dtv Verlag, bei dem Königin der Finsternis erschienen ist, hat sich allen Anschein nach nicht sonderlich viel Mühe bei Lektorat und Layout gegeben, so dass sich unzählige Fehler ins Buch eingeschlichen haben. Und ich meine wirklich nicht zwei oder drei Fehler im Buch, sondern eher zwei bis drei Fehler pro Seite.

Sätze enden so beispielsweise häufig mit Punkt Leerzeichen Punkt, an anderen Stellen fehlen unzählige Leerzeichen, so dass sich zwei Wörter zu einem zusammenfügen oder aber es wird statt einem Leerzeichen ein Punkt gesetzt. Hin und wieder gibt es sogar Sätze, die gar keinen Sinn ergeben wie zum Beispiel: Aber es das größte Herr, das er je aufgestellt hat. 

Mir vergeht da persönlich wirklich der Spaß beim Lesen und ich ärgere mich darüber, wenn ich knappe Dreizehn Euro für ein Buch bezahle, das bei einem bekannten deutschen Verlag erschienen ist und trotzdem haufenweise Fehler aufweist, als hätte nie ein Lektor über die Sätze geguckt. 

Königin der Finsternis bietet wie sein Vorgänger Erbin des Feuers alles, was das Fantasyherz höher schlagen lässt: Freundschaft, Spannung, Action, Intrigen, einen Hauch von Liebe…

Janika Zeilenwanderer Signatur

 

Eckdaten: Throne of Glass (Königin der Finsternis) von Sarah J. Maas, übersetzt von Tanja Ohlsen – dtv – 2016 – 784 Seiten – € 12,95 [D] – ab 14 Jahren

Bewertung

Eine fantastische Lektüre. Der Lesespaß schwindet jedoch leicht bei den zahlreichen Grammatikfehlern.

— Janika
1 comments
20 likes
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Comments

  • Lisaliest

    Februar 6, 2018 at 8:11
    Antworten

    Die Grammatikfehler kommen echt häufig vor. Trotzdem aber ein total tolles Buch. Danke für die Rezension. DTV sollte sich was schämen :D

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