Hallo meine lieben Bücherfreunde, heute möchte ich euch Palace of Fire von C. E. Bernard vorstellen. Bei diesem Werk handelt es sich um den finalen Band einer Trilogie. Nachdem mich der erste Teil – Palace of Glass – ziemlich begeistern konnte und Lust auf mehr machte, startete ich gespannt in den zweiten Teil – Palace of Silk. Dieser ließ mich leider ziemlich enttäuscht zurück. Dennoch wollte ich wissen, wie die Geschichte ausgeht und stürzte mich auf Palace of Fire. Wie mir das große Finale gefiel, erfahrt ihr in dieser Buchbesprechung. Viel Spaß beim Lesen!
Nachdem Rea und Prinz Robin alle Vorkehrungen für eine Rebellion in Paris und Berlin getroffen haben, müssen sie früher als gedacht zurück nach England. Dort erwartet sie jedoch nicht das, was sie erwartet haben und Rea sieht sich genötigt, wieder einmal die Rolle der unschuldigen Hofdame am Königshof anzunehmen …
Nach allem, was wir durchgemacht haben, sind wir nicht mehr bereit, Kompromisse einzugehen. Und eine Gesellschaft, die noch in den Kinderschuhen steckt, braucht nichts dringenderes als Kompromissbereitschaft.
Meinungen sind unterschiedlich, das weiß ich, und die Palace Trilogie von C. E. Bernard wird momentan gehyped wie kaum eine andere Bücherreihe. Dennoch konnte mich der Abschluss der Reihe nicht überzeugen. Der Schreibstil war mir zu detailliert, die Figuren, die mir wichtig waren, treten kaum auf und das Ende ist das wohl unbefriedigendste Ende, das ich jemals von einer Trilogie gelesen habe … Noch dazu gibt es einige Dinge, die ich als überaus kritisch empfinde, dazu aber zum Schluss mehr.
Dass ich weder ein Fan von Rea noch von Robin bin, ist seit Palace of Silk bekannt. Prinz Robin war bis zum ersten Drittel von Palace of Fire absolut konturlos und fade für mich und die Rolle des futuristischen Robin Hoods, die er auf einmal auferlegt bekommt, hat in meinen Augen so gar nicht zu ihm gepasst. In den ersten Bänden der Trilogie ist er teilnahmslos, macht stets alles, was sein Vater von ihm verlangt und wie aus dem Nichts setzt er sich noch mehr als Rea für seine Mitmenschen ein? Die Wendung ist ja schön und gut, aber ich konnte sie nicht nachvollziehen.
Meine Lieblinge der Reihe sind eindeutig Liam, Ninon und Blanc. Gerade letzterer hatte im ersten Band eine präsente Rolle, was mir gut gefallen hat. C. E. Bernard wusste den Roman mit vielseitigen Nebenfiguren lebendig zu machen. Auch die Beziehung zu Liam fand ich sehr schön. Umso trauriger war ich, dass sämtliche Nebenfiguren von Band zu Band immer mehr in den Hintergrund geraten und in Palace of Fire kaum noch auftreten. Ninon ist noch relativ häufig im Gespräch, aber gerade Blanc habe ich sehr vermisst. Er und seine zwei Kumpanen René und den Comte wuchsen mir ans Herz und ich hätte mir ein wenig mehr Lesezeit mit ihnen gewünscht. Palace of Fire hat den Fokus eindeutig auf den englischen Palast gelegt und so begegnet Rea häufiger Mister Galahad, dem König und der Königin. Die Königin empfand ich dabei als sehr interessante Figur, zu der ich gerne noch mehr erfahren hätte.
C. E. Bernard muss man eines lassen: Sie kann mit Wörtern umgehen und Cliffhanger wie am laufenden Band produzieren. Jedes Kapitel von Palace of Fire endet enorm stark und weckt die Leselust, nicht doch noch ein weiteres Kapitel zu lesen, auch wenn man die Augen kaum noch offen halten kann. Detailliert und mit viel Feingefühl entführt sie die Leser wieder einmal ins futuristische London und hier kommt jeder, der genaue Beschreibungen liebt, auf seine Kosten. Das Setting ist wirklich wunderbar bildhaft und ich kann mir die Reihe sehr gut als Verfilmung vorstellen, einfach weil die Umgebung und die Kostüme so ausgefallen sind. Für meinen Geschmack hätte man sich mit einigen Beschreibungen jedoch etwas zurückhalten können.
Wie eben erwähnt, versteht C. E. Bernard den Umgang mit Cliffhangern. Jedes Kapitel endet spannend, aber eigentlich muss man nur die nächste Seite lesen und es hat sich wieder mit der Spannung. Eine Person wird am Ende eines Kapitels angeschossen? Überlebt sie? Ist sie tot? Wie reagiert die Person, die geschossen hat? Ich hätte mir gewünscht, dass die höchstdramatischen Kapitelenden noch weiter ausgebaut werden. Dass die Spannung vertieft wird und man länger mitfiebert. Leider hatte ich in der Handlung das Gefühl, dass Palace of Fire aus vielen kurzen Zwischenfrequenzen besteht, die zufällig auf das Finale hinauslaufen, aber eigentlich nicht notgetan hätten. Und das Finale?
Auf das Ende einer Trilogie wartet man immer mit viel Spannung. Endlich werden die Schurken (hoffentlich) besiegt, der große Konflikt wird gelöst und die Leser werden mit den sehnsüchtig erwarteten Antworten versorgt. C. E. Bernard lässt das Ende in Palace of Fire hingegen offen und ich habe selten eine Geschichte so frustriert beendet. Plant die Autorin noch eine Novelle, die zehn Jahre später stattfindet und in der die Leser endlich ihre Antworten bekommen? In meinen Augen hat die Rebellion und der Aufstand erst auf den letzten fünfzehn bis zwanzig Seiten des Romans begonnen und dann wird die Trilogie mittendrin beendet?
Das Ende kam vollkommen abrupt und auch wie das Ende verfasst ist, ist meiner Meinung nach absolut unbefriedigend. (Achtung, Spoiler!) Was passiert denn jetzt mit dem König, der Königin und Madame Hiver? Wie geht die Rebellion aus? Die Feuerschwestern haben ihren Glanz verloren? Wie ist das Schicksal all der Magdalenen und übrigen Menschen in London und der restlichen Welt? Wohin haben mich die gut eintausendfünfhundert Seiten rund um Rea geführt? Nirgendwohin. Bis auf dass ein paar Menschen in London demonstriert haben und der Prinz kein Prinz mehr ist, hat sich nichts verändert und das sagt mir leider gar nicht zu. Der letzte Satz hat mir dann den Rest gegeben.
Ich habe mir im Vorwege dieser Rezension andere Rezensionen durchgelesen und keine einzige entdeckt, in der das erwähnt wird, was ich zu sagen habe. Ich habe das Buch mit Katy und Lisa gelesen und wir drei sind uns alle einig: In diese Reihe gehören Triggerwarnungen. Da die Trilogie zurzeit so gehyped wird, finde ich es persönlich sehr wichtig, dass abschließend gesagt wird, dass in der Palace Trilogie extrem romantisiert wird, kritische Themen mehr als verharmlost werden und sich vor allem junge Leser darüber bewusst werden sollten, dass die geschriebenen Worte niemals der Realität entsprechen sollten. Wirklich niemals.
Wovon ich spreche? Der extremen Demütigung der Frau, in Form von Vergewaltigungen (angedeuteten sowie tatsächlichen), Abhängigkeiten und körperlicher Gewalt. Ich finde es schockierend und einfach schlimm zu lesen, wie ausführlich Vergewaltigungen in Palace of Fire beschrieben werden. Vor allem wenn sie nicht einmal relevant für den Plot sind und danach absolut verharmlost und nicht weiter erwähnt werden.
Sex dient in der aufgeführten Gesellschaft lediglich der Fortpflanzung, hin und wieder ist eine Vergewaltigung aber auch als Kriegsakt zu verstehen und laut Opfer keine große Sache! Damit meine ich explizit die Szene, in der Nottingham Ninon beginnt zu vergewaltigen und er daraufhin von Rea erschossen wird. Reas Freundin stand kurz vor einem Missbrauch und Ninon selbst spielt das total runter, indem sie einerseits sagt, dass es ein Kriegsakt sei und ja nichts passiert wäre, denn »Er hat nur mein Kleid zerrissen. Das wird schon wieder.« (S. 418), obwohl auf der Seite zuvor steht, dass sie geknebelt aus Leibeskräften brüllte, mit gespreizten Beinen dalag und nur noch ein leises Wimmern übrig blieb. Für Rea ist das aber eh vollkommen egal, denn sie fragt Ninon als erstes, ob es Robin gut geht! Ich fasse es echt nicht.
Aber Reas Logik ist für mich eh nicht nachvollziehbar. Sie wurde ja auch von Robin ausgepeitscht und er zog sie vor mehreren Leuten komplett aus. Sie liebt ihn danach trotzdem. Das Bild, was in der Trilogie erzeugt wird, ist so unglaublich gewalttätig und brutal; und es wird von den Figuren absolut verharmlost.
Das Buch wird im Klappentext als verführerisch bezeichnet, was es meiner Meinung nach nicht mal ansatzweise trifft. Rea benutzt ihren Körper seit Buch eins, um ihren Willen durchzusetzen, sie wird vorgeführt, bloßgestellt, gedemütigt und nun im dritten Band als abhängig bezeichnet. Sie versucht auf die verschiedensten Weisen mindestens vier andere Figuren mit ihrem Körper zu betören – sei das um zu morden, ihren Willen durchzusetzen oder weil sie von einer Geisteskrankheit befallen ist – und sorry, für mich war das zu viel und absolut widerwärtig dargestellt. Als würde es keine anderen Möglichkeiten geben, Ziele zu erreichen. Nein, wir Frauen müssen uns freiwillig (!) demütigen lassen und uns in Dessous Männern hergeben. Diese Stellen im Text fand ich absolut kritisch und ich finde, dass in diese Reihe eine Triggerwarnung gehört. Die Darstellung in diesen Büchern ist nicht in Ordnung und man hätte es so viel besser umsetzen können.
So leid es mir tut, kann ich diesen Band der Trilogie – und die Trilogie an sich – nicht wirklich empfehlen. Mich hat die Geschichte nicht gepackt und nachdem man sich durch anstrengende Figuren und ausgeschmückte Sätze gekämpft hat, wird man von dem großen Showdown einfach nur enttäuscht.
Eckdaten: C. E. Bernard – Palace of Fire: Die Kämpferin – übersetzt von Charlotte Lungstrass-Kapfer – penhaligon – 2018 – 512 Seiten – 14,00 €
[…] das Gefühl, dass mir sämtliche Hypebücher nicht gefallen. Die Palace Reihe, Someone New, Redwood Love – alles Bücher, die von allen Seiten gefeiert […]
Hallo liebe Janika, wie versprochen, habe ich nun auch mal bei deiner Rezi vorbeigeschaut.
Damals wollte ich sie noch nicht lesen, weil ich Rezis zu Büchern, von denen ich weiß ich lese sie noch, grundsätzlich meide.
Also wie schon bei deinem Kommentar auf meiner Seite geschrieben, kann ich das was du kritisierst absolut […] Read MoreHallo liebe Janika, wie versprochen, habe ich nun auch mal bei deiner Rezi vorbeigeschaut.
Damals wollte ich sie noch nicht lesen, weil ich Rezis zu Büchern, von denen ich weiß ich lese sie noch, grundsätzlich meide.
Also wie schon bei deinem Kommentar auf meiner Seite geschrieben, kann ich das was du kritisierst absolut nachvollziehen. Wobei ich hier sagen muss, dass gerade der Umgang mit den Frauen doch verdeutlicht in was für einer Welt Rea, Ninon und Co. leben und wie ihre Stellung ist. Ich bin absolut deiner Meinung, dass man das nicht verharmlosen darf und Triggerwarnungen angebracht wären. Ich finde das dargestellte Frauenbild keineswegs in Ordnung, aber man muss auch bedenken, dass die Welt in der die Palace-Saga spielt nun mal für unsere Zeit sehr rückschrittlich ist und eher an vergangene Zeiten erinnert. Und da war so ein Frauenbild, leider, normal. Liebe Grüße 🙂 Read Less
Hey, da stimme ich dir zu. Ich denke auch, dass das Frauenbild in der der Palace-Saga ein rückschrittliches gewesen ist. Für mich ist das Problematische hier nur, dass es auch von den Frauen vollkommen akzeptiert und das Bild an den Leser vermittelt wird, dass das so in Ordnung ist und […] Read MoreHey, da stimme ich dir zu. Ich denke auch, dass das Frauenbild in der der Palace-Saga ein rückschrittliches gewesen ist. Für mich ist das Problematische hier nur, dass es auch von den Frauen vollkommen akzeptiert und das Bild an den Leser vermittelt wird, dass das so in Ordnung ist und das man daran nichts ändern sollte. Zumindest waren das meine Eindrücke 🙂
Liebe Grüße,
Janika Read Less
Ich kenne die Bücher vom Stöbern in Buchläden und auf Blogs, sie entsprechen aber nicht meinem Geschmack. Ich finde es großartig, dass du die Triggerwarnungen erwähnst! Das passiert viel zu selten. Zeilentänzerin
Vielen Dank! Ich finde auch, dass sowas immer angesprochen werden sollte. Vor allem wenn es so extreme Handlungen sind wie in diesem Roman.
Alles Liebe,
Janika
Hei Janika Hach, deine Rezi trifft den Nagel einfach auf den Kopf! Danke für den tollen Austausch, und auch wenn wird drei nicht sehr begeistert, sondern eher frustriert die Trilogie beendet haben, Stimme ich Lisa zu; sollte noch eine Novelle kommen, wäre eine weitere Leserunde toll :-* LG
Katy / Hauntedcupcake
Meine liebe, liebe Katy,
danke dir! Ich kann mich auch nur für den Austausch bei dir bedenken. Ich liebe unser Dreiergespann bei Leserunden einfach unendlich 🙂
Alles Liebe,
Janika
Liebe Janika,
Du sprichst mir aus der Seele. Wir waren uns ja sehr einig beim Lesen, besonders über das enttäuschende Ende und die Sex-Szenen.
Falls aber nochmal eine Novelle rauskommt, bin ich auf jeden Fall dabei bei einer neuen Leserunde 😉
Liebe Grüße
Lisa
Liebe Lisa,
das freut mich zu hören. Ich bin froh, dass Katy und wir zwei so ähnliche Ansichten haben. Da hat die Leserunde einfach so viel mehr Spaß gemacht 🙂
Bei einer Novelle wäre ich auch auf jeden Fall mit am Start!
Liebe Grüße,
Janika
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C. E. Bernard –
Palace of Fire: Die Kämpferin
Kurzbeschreibung
Meinung
Wo sind all die schönen Figuren?
Schreibstil & Aufbau
Das Ende, das kein Ende ist (Achtung, Spoiler!)
Fehlende Triggerwarnungen (Achtung, Spoiler!)
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Irgendwie ging das Wochenende sehr sc Hallo zusammen 😋
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