Ava Reed – Truly

Ihr Lieben, immer wieder entdeckt man Bücher in den Vorschauen oder bekommt Neuerscheinungen über die sozialen Medien mit und weiß genau, dass man dieses Buch unbedingt lesen möchte. So ging es mir mit dem neuesten Buch von Ava Reed. Truly musste unbedingt gelesen werden! Und nun ist die Geschichte beendet und ich habe Redebedarf. Viel Spaß also mit meiner Rezension.

Worum geht’s in Truly?

Kein Job, keine Wohnung, kein Geld – so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere …

Meinung

Die Lektüre von Truly ist mittlerweile einige Tage her und ich musste sie ehrlich gesagt erstmal etwas sacken lassen. Es gab beim Lesen eine Zeit, in der ich das Buch absolut liebte. Ich habe viel Spaß gehabt, wurde prächtig unterhalten. Gleichzeitig bin ich an manchen Stellen aber auch wütend geworden, habe vieles nicht nachvollziehen können und muss im Nachhinein sagen, dass Truly mich letzten Endes mehr aufgeregt als unterhalten hat. 

Ich habe Ava Reed noch nie persönlich getroffen, aber alles, was ich von ihr in den sozialen Medien mitbekomme, ist einfach purer Zucker. Wenn ich an Ava denke, kommen mir Begriffe wie Fröhlichkeit, Dankbarkeit und gute Laune in den Sinn. Und umso mehr tut es mir leid, dass ihr neuester Roman, auf den ich mich so sehr gefreut habe, für mich nicht das gewesen ist, was ich mir erhofft habe. Und ihr Lieben, ihr wisst, wenn ich ausführlich über ein Buch spreche, dann spoilere ich. Auch in dieser Besprechung wird es Spoiler geben, also lest nur weiter, wenn das für euch in Ordnung ist. Okay, gehen wir’s an!

truly ava reed lyx

Angenehmer Schreibstil, aber da geht noch was

Was ich bei Ava Reeds Die Stille meiner Worte besonders schätze, ist der Ausdruck der Autorin. Für mich ist Ava Reed ein richtiges Schreibtalent. Ihr Schreibstil, gerade in ihren Jugendromanen, ist so bedacht und bewegend. Er geht mir wirklich unter die Haut, raubt auch mir die Worte. Bei Truly war dies leider nicht der Fall. Stilmittel wie doppelte Verneinungen, Dialoge, die auf mich erzwungen wirken, oder typische New Adult Floskeln haben die Lektüre für mich nicht so gut gemacht, wie ich es von der Autorin gewohnt bin. Teilweise musste ich die Sätze mehrfach lesen, weil sie mich verwirrten.

Ich hätte nicht gedacht, dass er keiner von den Guten ist.

— S. 284

Es sind Sätze wie dieses Zitat, die mich beim Lesen kurz innehalten ließen. Die mich ein wenig aus dem Konzept gebracht haben. Allerdings nur an manchen Stellen. Insgesamt ist der Schreibstil größtenteils flüssig und Truly lässt sich angenehm lesen. Ich fand nur, dass Truly vom Niveau her nicht so hoch ist wie ihre Jugendbücher, obwohl Truly sich an eine ältere Zielgruppe richtet. Von Ava Reeds anderen Romanen weiß ich, dass sie schreiben kann. Und zwar richtig. Ich finde, Ava Reed ist eine Autorin, die unheimlich gut mit Worten umgehen kann. Und irgendwie hat mich Truly in diesem Punkt etwas enttäuscht. 

Dennoch muss ich sagen, dass es größtenteils dem Schreibstil geschuldet ist, dass ich Truly nicht aus den Händen legen konnte. Etwas, das ich nämlich unglaublich an der Lektüre genossen habe, ist, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie lange ich überhaupt schon lese. Kaum hatte ich es mir mit Truly gemütlich gemacht, bin ich in der Lektüre versunken und wollte nicht mehr aufhören zu lesen. Ich konnte den Alltag vollkommen hinter mir lassen, abschalten und habe Andie unheimlich gerne durch ihren Alltag begleitet.

Andie und ihre Freunde

Andie war eine Protagonistin nach meinem Geschmack. Ich mochte sie richtig gerne. Sie ist lieb, sympathisch und ich mochte ihre Gedankengänge sehr. Auch hat mir hier gefallen, dass Ava Reed Andie eine richtige Stimme gibt, durch die ich als Leserin wunderbar in Andies Gedankenwelt eintauchen konnte. Ich hatte das Gefühl, sie wirklich kennenlernen zu dürfen. Mir hat auch gefallen, dass Andie zwar eine eher ruhigere Person ist, aber nicht zur tollpatschigen, grauen New-Adult-Maus gemacht wird.

Ab und an sollte man sich die Dinge ansehen, die man geschafft hat, nicht nur die, die man noch tun muss.

— S. 208

Auch die Menschen, mit denen sich Andie in ihrer neuen Heimat Seattle umgibt, mochte ich mit einer Ausnahme allesamt. June ist Andies beste Freundin und so ziemlich das Gegenteil von Andie. Wo Andie eher ruhig und bedacht ist, ist June laut und sagt schonungslos das, was ihr durch den Kopf schwirrt. Ich habe mitbekommen, dass einige Leser June wegen ihrer Art nicht so sehr mochten. Ich mochte sie aber sehr und glaube, dass mir Madly um einiges besser gefallen wird als Truly, einfach weil es um June und Mason gehen wird und ich mich in June mehr wiederfinde als in Andie.

Und apropos Mason. Für mich ist er die beste Figur des Romans. Ava Reed hat mit ihm einen Charakter geschaffen, der furchtbar amüsant ist und gleichzeitig unglaublich bedacht. Mason ist so vernünftig – was man beispielsweise von June und Cooper nicht sagen kann – und ich liebe es! Ich habe mich über jede Szene mit Mason gefreut. Ganz besonders ins Herz geschlossen habe ich aber auch Jack. Und Dylan hat mir auch vom ersten Moment an gefallen. So viele tolle Nebenfiguren!

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Knackpunkt Cooper

Und wegen all dieser tollen Charaktere frage ich mich, was zur Hölle Andie an Cooper findet? Würde ich Menschen wie Cooper, Mason, Jack und Dylan in meinem Umfeld haben, wäre Cooper der letzte, den ich kennenlernen wollen würde. Im Gegensatz zu den anderen drei Jungs benimmt er sich nämlich von Beginn an fragwürdig. Er ist mir schon mit seinen Blicken suspekt gewesen. Er starrt Andie an, weigert sich aber mit ihr zu sprechen, stellt sich dann beschützend vor sie, selbst wenn es keinen Grund dafür gibt. Ich bin ehrlich: Ich fand Cooper die ersten einhundertsiebzig Seiten gruselig. Generell war Cooper für mich der Hauptgrund dafür, dass Truly für mich kein Highlight wurde.

Er ist das Love Interest der Geschichte, doch auch jetzt frage ich mich, wieso das überhaupt so ist? Was hat Cooper, das Andie so sehr fasziniert? Anfangs ist es die körperliche Anziehung. Das ist auch in Ordnung. Man kann sich zu Personen hingezogen fühlen, weil man sie attraktiv findet. Wenn man dann jedoch mit der Person ins Gespräch kommt und merkt, dass die Person unhöflich ist, sich dir gegenüber abweisend verhält und sich darüberhinaus mehr als mürrisch und widersprüchlich benimmt, würde diese Anziehung doch verschwinden. Mir würde es jedenfalls so gehen, wenn ich einer Person wie Cooper begegnen würde. Für mich wird Attraktivität unwichtig, sobald ich merke, dass ich mit den Charaktereigenschaften einer Person nicht zurechtkomme.

Blicke und Aggressionen

Was ich sehr schade finde, ist, dass es praktisch keinen Dialog zwischen Cooper und Andie gibt. Sie gucken sich an, deuten in diese Blicke unglaublich viel hinein, aber wirklich sprechen tun sie nicht miteinander, weswegen ich ihre Beziehung überhaupt nicht gefühlt habe und auch nicht nachvollziehen kann. Truly wird größtenteils aus Andies Sicht erzählt, einige Kapitel jedoch auch aus Coopers Perspektive. Andies Kapitel haben mir Andie als Person näher gebracht. Ich konnte ihre Gedankengänge verstehen, sie ins Herz schließen und ich mochte sie. Dies blieb bei Cooper aus, denn ich habe aus seinen Kapiteln nichts ziehen können. Es geht praktisch in jedem Kapitel darum, dass er an Andie denkt, fasziniert von ihr ist, aber ihr gleichzeitig nicht näher kommen möchte. Ich habe mich oft gefragt, ob Coopers Leben sich nur noch aus Andie zusammensetzt, denn irgendwie ist nichts anderes relevant für ihn.

Cooper verspürt einen großen Beschützerinstinkt für Andie, doch auch diesen konnte ich nicht nachvollziehen. Gleichzeitig finde ich, dass dieser Beschützerinstinkt viel zu weit geht, denn Cooper verhält sich in Bezug auf Andie besitzergreifend und darauf aufbauend bekommt er sogar stark aggressive Gedanken, die sich sogar gegen seine Freunde und Arbeitskollegen richten. So denkt er einmal über Jack, der Andie auf dem Campus begleitet hat und mit dem Cooper und Andie zusammen in der Bar arbeiten, Folgendes:

»Und ich mag es nicht, wie nah Jack ihr ist. Wo kommt er überhaupt schon wieder her?« (S. 200) und kurz danach »›Tatsächlich?‹, entfährt es mir viel zu wütend zwischen zusammengepressten Zähnen. Fuck. Ich muss mich beruhigen. Es ist nur Jack. Und Andie ist …« (S. 201). Jack ist ein Arbeitskollege und Freund von Andie und Cooper. Jack ist in einer Beziehung und verhält sich Andie gegenüber unglaublich freundlich. Ich empfinde Coopers Gedanken an vielen Stellen viel zu übertrieben, auch nachdem erklärt wird, wieso er sich so verhält und was ihm in seiner Vergangenheit passiert ist.

Aber auch in diesem Punkt: Mir fehlt das Verständnis. Ich war nie in einer Situation wie Cooper oder seine Schwester. Ich habe auch keine Panikattacken oder eine Angststörung, deswegen kann ich es vermutlich auch nicht ganz beurteilen, aber ich konnte die Begründung für sein Verhalten nicht ernst nehmen. Seine Schuldgefühle kann ich noch verstehen, aber alles andere überhaupt nicht. Ich möchte es nicht verharmlosen, aber Cooper ist nicht die Person, der etwas Traumatisches passiert ist, und ich finde es einfach extrem schwierig, sein gesamtes Verhalten damit zu rechtfertigen. Das kam bei mir einfach nicht an.

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Wieso Andie?

Ich verstehe Andies Gefühle für Cooper nicht, aber ich verstehe auch Coopers Gefühle für Andie nicht. Häufig erwähnt er, dass Andie ihn von ihrer Art her an seine Schwester erinnert. Besonders ihr Lächeln. Gut. Dass ich mich zu einer Person hingezogen fühle, die mich an meine Schwester oder meinen Bruder erinnert, sei dahingestellt. Das finde ich zwar etwas komisch, aber ich habe es hingenommen. Was ich mich aber frage, ist, ob es für Cooper überhaupt andere Gefühle gibt, die er mit Andie in Verbindung bringt, außer die, die er auch für seine Schwester hegt. Kurze Erinnerung: Das ist der Beschützerinstinkt.

Ich mag Andie, aber … am meisten wünsche ich mir, auf sie aufzupassen.

— S. 267

Diesen Gedanken hat Cooper etwa einhundert Seiten, bevor das Buch zu Ende ist, und beim Lesen hatte ich den Gedanken, dass das hoffentlich nicht der Grund ist, weswegen die zwei letztlich zusammenkommen. Ich persönlich möchte nicht mit jemandem zusammen sein, der hauptsächlich das Bedürfnis verspürt, auf mich aufzupassen. Zumal Andie ihm keine Grundlage dafür gibt. Andie ist so eine starke Frau. Sie boxt sich durchs Leben und kriegt das auch ohne Cooper hin. Hach, ich weiß auch nicht. Ich mochte Cooper einfach überhaupt nicht, aber ich glaube, ich belasse es nun erstmal bei diesen Punkten. Für mich ist Cooper eine gruselige Person, die nicht mit anderen spricht – das sagt er übrigens auch von sich selbst: Er ist nicht der Typ dafür (fürs Reden) –, die höchst fragwürdige Gedanken hat und sich unangemessen benimmt.

Wieso Seattle?

Einer meiner größten Wünsche ist es, den Nordwesten der Vereinigten Staaten zu bereisen. Seattle steht dabei natürlich ganz weit oben. Ich war noch nie in dieser Stadt, aber was ich mit ihr verbinde, sind die immergrünen Wälder und Berge, die die Stadt umgeben, der Pazifik, ziemlich viel Regen und eine Atmosphäre, die ich schwer in Worte fassen kann. Vielleicht eine Mischung aus hip, mystisch, modern und kultig? Ich habe mich jedenfalls sehr über Seattle gefreut, als ich erfahren habe, dass die Geschichte dort spielt.

Je mehr ich von Truly gelesen habe, desto mehr habe ich aber festgestellt, dass Truly in jeder Stadt hätte spielen können. Für meinen Geschmack kam Seattle so gut wie gar nicht zur Geltung. Ich weiß, Vergleiche sind immer etwas heikel, aber ich habe während der Lektüre oft an Katharina Mittmanns Campus Love gedacht. Dort spielt die Handlung in Providence, an der Brown. Ich konnte mir alles wunderbar vorstellen, hatte ein Gefühl für das Setting und ein klares Bild vor Augen. Campus Love steht für mich stellvertretend für Providence und kann auch nur dort spielen. Sonst funktioniert die Geschichte nicht.

Bei Truly sieht das anders aus. Ich hatte den Eindruck, bis auf den Regen und milde Temperaturen ist Seattle praktisch nicht von Bedeutung. June und Andie verbringen einmal einen Tag beim Pike Place Market, aber das erlebte ich als Leserin passiv. Es wird nur erwähnt. Ich wurde nicht richtig mitgenommen. Für meinen Geschmack hätte Seattle gerne eine präsentere Rolle spielen dürfen und ich empfinde die Stadt als austauschbar. Nicht durch jede x-beliebige Metropole, aber durch jede halbwegs große Universitätsstadt.

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Was mir zu viel/wenig war

Die große Aussprache: Cooper benimmt sich ja ein wenig fragwürdig und ich wusste, dass irgendwann der Punkt kommen würde, an dem die große Aussprache zwischen Andie und Cooper ansteht. Doch dieser kam nicht, was ich extrem schade finde. Die letzten fünfzig Seiten wirkten auf mich einfach überstürzt und nicht plausibel. Ich habe das Gefühl, die einzige »Aussprache« ist die an der Tankstelle. Doch das ist ja ein Monolog von Cooper, nach dem er die Sause macht. Er haut seine Meinung raus und lässt Andie stehen. Die Erklärung für sein Verhalten bekommt Andie von Mason geliefert, was ich mir einfach anders gewünscht hätte. Das nächste Treffen von Andie und Cooper finde ich auch nicht gelungen, denn ich verstehe nicht, wieso Andie sich bei ihm entschuldigt. Was hat Andie falsch gemacht? Ich finde, Cooper müsste die entschuldigende Rolle einnehmen. Irgendwie ist auch dieses Treffen sehr einseitig gelaufen.

Die doppelte Sexszene: Anschließend gibt es die Sexszene, die ich als Leserin zweimal lesen durfte. Einmal aus seiner Sicht, einmal aus ihrer. Hier mache ich es kurz: Das war einfach nicht meins. Ich fand es unnötig, zweimal genau das gleiche zu beschreiben. Hier kam mir der Gedanke, dass die Autorin beide Szenen geschrieben hat, sich nicht für eine entscheiden konnte und kurzerhand beide Versionen abgedruckt wurden. Dass nach dem Sex nur noch der Epilog folgt und die Geschichte vorbei ist, hat mich auch überrascht.

Das Date: Machen wir einen kurzen Zeitsprung und gehen zum Date von Andie und Owen, den sie in der Bar kennenlernt. Sie haben ein Date, was gut verläuft. Sie unterhalten sich und eigentlich läuft der ganze Abend klasse. Das sagt auch Andie, bis sie merkt, dass sie eigentlich Cooper und nicht Owen will. Sie sagt es Owen, der das wiederum nicht cool findet. Ja, seine Wortwahl ist nicht optimal, aber ich kann seine Reaktion verstehen. Würde ich auf ein Date gehen, mich gut mit der Person verstehen und dann gesagt bekommen, dass ich eh keine Chance habe, wäre ich auch sauer. Und ich finde, so wie wir Owen präsentiert bekommen, wirkt er nicht wie jemand, der Andie nur ins Bett kriegen möchte! Diese Rolle habe ich ihm nicht abgekauft.

Ich finde Andies Reaktion auf Owens Verschwinden ehrlich gesagt übertrieben. Klar, der Abend ist jetzt doof gelaufen, aber was zieht sie denn ab? Sie hat ihm einen Korb gegeben und ist die, die danach die Szene macht. Er ist sogar noch so freundlich, lädt sie ein und gibt ihr sogar Geld, damit sie mit einem Taxi sicher nach Hause kommt! Und was macht sie? Sie geht nach draußen in den Regen, um zu weinen, und lässt sich vollkommen unterkühlt von ihrer WG abholen und sich betüddeln, als wäre das der absolute Weltuntergang. Es war aber nur ein schlechtes Date, was schlecht wurde, weil sie Owen einen Korb gegeben hat.

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Was in Erinnerung bleibt

Ich habe die Liebesgeschichte von Cooper und Andie null gespürt und fand Cooper, das Love Interest, nicht sympathisch. Zwei Dinge, die für diese Geschichte essentiell wären. Wenn man sich meine Rezension durchliest, liest man hauptsächlich kritische Gedanken von mir. Und dennoch ist das nicht alles, was ich mit Truly verbinde. Es fällt mir nur einfacher, kritische Gedanken ausführlich zu äußern als die positiven. Dennoch ist dies kein Verriss. Truly erfindet das New-Adult-Rad nicht neu – diese Hoffnung hatte ich ein wenig –, aber ich kann euch Truly trotzdem empfehlen. Und wieso?

Freunde, mit denen man schweigen kann, sind diejenigen, auf die man zählen kann. Die, bei denen es ein Verstehen fernab von Worten gibt.

— S. 238

Weil die Geschichte es geschafft hat, mich in ihren Bann zu ziehen. Es ist trotz all meiner Kritikpunkte eine Wohlfühlgeschichte. Ich hatte einfach ein wohliges Gefühl während der Lektüre, konnte abschalten und habe Andie gerne durch ihren Alltag begleitet. Es war einfach dieses Feeling, das ich beim Lesen hatte, wisst ihr? Und dass ich Truly nicht aus den Händen legen wollte, stundenlang lesen konnte und immer wissen wollte, was als Nächstes passiert. Ein kleines Highlight war für mich auch der Hinweis, wann ich ein bestimmtes Lied anmache, das zur Szene passt. Absolut großartig! Vor allem das Lied selbst. Ich bin ein riesiger Fan des Musikers. Um wen es sich an dieser Stelle handelt, müsst ihr aber selbst herausfinden. Für mich ist Truly eine gute Geschichte für zwischendurch, die einfach ein paar Punkte hat, die ich zu kritisieren habe.

Ich selbst bin keine Autorin. Für mich als Bloggerin ist es einfach zu sagen, dass ich vieles anders gemacht hätte. Das macht Truly aber nicht zu einer schlechten Geschichte. Dafür gab es nämlich viel zu viele schöne Momente, wie die Freundschaft zwischen Andie und June und Jack, oder die peppigen Dialoge zwischen June und Mason, oder all die kleinen Wohlfühlmomente wie der gemeinsame Spieleabend. Ich freue mich nun auf June und Mason, denn ich habe das Gefühl, dass die Geschichte der beiden eine wird, die mich mehr mitreißen wird als Coopers und Andies.

Truly erzählt eine Liebesgeschichte, in der die Hauptfiguren praktisch keine Dialoge führen und Liebe durch Blicke entsteht. Für mich war die Beziehung dadurch leider nicht nachvollziehbar, das Love Interest weckte mein Interesse nicht und das NA-Rad wird durch Truly definitiv nicht neu erfunden. Dennoch hat die Geschichte eine Sogwirkung und die Lektüre macht Spaß.

Janika Zeilenwanderer Signatur

Eckdaten: Ava Reed – Truly – LYX – 2020 – 384 Seiten – 12,90 €

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– Herzlichen Dank an den LYX Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. –

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Comments

  • Tina

    Juli 6, 2020 at 11:51
    Antworten

    Liebe Janika, oh je, oh je. Ich hatte irgendwie schon ein komisches Gefühl als LYX die Bücher vorgestellt hat. Ich mag Avas Jugendbücher genauso wie du, daher passte für mich NA irgendwie nicht. Ich mag es auch immer noch nicht lesen. Ich freue mich auf ihre nächstes Jugendbuch, das muss […] Read MoreLiebe Janika, oh je, oh je. Ich hatte irgendwie schon ein komisches Gefühl als LYX die Bücher vorgestellt hat. Ich mag Avas Jugendbücher genauso wie du, daher passte für mich NA irgendwie nicht. Ich mag es auch immer noch nicht lesen. Ich freue mich auf ihre nächstes Jugendbuch, das muss reichen. Danke jedenfalls für diese ausführliche Offenbarung. Wohlfühllektüre ist immer gut, deshalb habe ich genug im Haus ;-) Liebe Grüße Tina P.S. irgendwie funktioniert der Link zur Rezi "Palast der Finsternis" nicht, wenn ich drauf klicke, kommt Fehler 404. Schaust du bitte nach, wollte gern wissen, was du zu dem Buch zu sagen hast :-) Read Less

    • Janika
      to Tina

      August 15, 2020 at 11:41
      Antworten

      Liebe Tina, da sagst du was. Vielleicht ist es auch einfach nicht Avas Genre, das kann ich dir gar nicht genau sagen. Ich bin zum Beispiel unfassbar gespannt auf »Madly«. Da habe ich die Figuren aber auch einfach schon als Nebenfiguren mehr gefühlt als die Protagonisten im ersten Band. Mal […] Read MoreLiebe Tina, da sagst du was. Vielleicht ist es auch einfach nicht Avas Genre, das kann ich dir gar nicht genau sagen. Ich bin zum Beispiel unfassbar gespannt auf »Madly«. Da habe ich die Figuren aber auch einfach schon als Nebenfiguren mehr gefühlt als die Protagonisten im ersten Band. Mal schauen :) Alles Liebe. Janika Read Less

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  • Yvonne

    Juni 21, 2020 at 15:55
    Antworten

    Liebe Janika, eine wirklich gute Rezension! Ich war mir bei Truly nicht sicher, ob ich es lesen möchte, weil ich die Autorin leider nicht so sympathisch finde wie du. 🙈 Nachdem ich aber einige Meinungen gelesen habe und wir bei vielen Dingen dieselbe Meinung haben, hab ich mich nach deiner Rezension […] Read MoreLiebe Janika, eine wirklich gute Rezension! Ich war mir bei Truly nicht sicher, ob ich es lesen möchte, weil ich die Autorin leider nicht so sympathisch finde wie du. 🙈 Nachdem ich aber einige Meinungen gelesen habe und wir bei vielen Dingen dieselbe Meinung haben, hab ich mich nach deiner Rezension jetzt gegen das Buch entschieden. Schade, dass Truly mit den Jugendbüchern von Ava nicht mithalten kann! Liebe Grüße, Yvonne Read Less

    • Janika
      to Yvonne

      Juni 29, 2020 at 9:08
      Antworten

      Liebe Yvonne, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann dich gut verstehen. Meiner Meinung nach hat die Autorin auch ein größeres Talent für Jugendbücher :) Alles Liebe. Janika

  • Kate

    Juni 12, 2020 at 10:08
    Antworten

    Hallöchen, ehrlich gesagt war ich nach deinem Post auf Instagram sehr neugierig auf diese Rezension. Während du ein zuckersüßes Bild von Ava hast, bin ich nie wirklich warm mit ihr geworden (aus Gründen). Trotzdem finde ich es immer spannend, wenn Autoren andere Genres ausprobieren. Dass Avas Jugendbücher gut ankommen, weiß ich, […] Read MoreHallöchen, ehrlich gesagt war ich nach deinem Post auf Instagram sehr neugierig auf diese Rezension. Während du ein zuckersüßes Bild von Ava hast, bin ich nie wirklich warm mit ihr geworden (aus Gründen). Trotzdem finde ich es immer spannend, wenn Autoren andere Genres ausprobieren. Dass Avas Jugendbücher gut ankommen, weiß ich, deshalb war ich gespannt auf ihren ersten New Adult-Roman. "Er starrt sie an, spricht aber nicht mit ihr". Das erinnert mich gerade sooo extrem an Edward aus Twilight :D Ich finde es ja ganz interessant, wenn es mal andersrum ist. Also wenn nicht die Frau all ihre Interessen für einen Mann vergisst, sondern der Mann für eine Frau. Wenn das aber irgendwie nicht begründet ist, sondern mehr wie gruseliges Stalking wirkt, ist das halt echt nicht so toll :( (klingt übrigens immer mehr nach Edward ...) Dass die Protagonisten kaum miteinander reden, habe ich jetzt aber tatsächlich schon an vielen Stellen gehört bzw. gelesen. Sehr schade, damit scheidet das Buch für mich als Lektüre aber definitiv aus. Danke für deine ausführliche Rezension! Liebste Grüße, Kate Read Less

    • Janika
      to Kate

      Juni 15, 2020 at 11:09
      Antworten

      Liebe Kate, danke für deinen Kommentar! Hahahaha, stimmt! Man könnte Cooper wirklich in gewisser Weise mit Edward vergleichen. Cooper ist nur etwas präsenter beim Starren. Ja, es ist mal etwas verdreht, aber ich finde es halt super schade, dass er dadurch total blass bleibt. Er zeichnet beispielsweise gerne, aber das […] Read MoreLiebe Kate, danke für deinen Kommentar! Hahahaha, stimmt! Man könnte Cooper wirklich in gewisser Weise mit Edward vergleichen. Cooper ist nur etwas präsenter beim Starren. Ja, es ist mal etwas verdreht, aber ich finde es halt super schade, dass er dadurch total blass bleibt. Er zeichnet beispielsweise gerne, aber das bleibt auch eher auf der Strecke, sodass man letzten Endes kaum etwas über ihn erfährt. Ach, ich weiß auch nicht. Sollte wohl einfach nicht mein Buch sein. Alles Liebe. Janika Read Less

  • Zeilentänzerin

    Juni 10, 2020 at 19:11
    Antworten

    Liebe Janika, da sind dir wieder tolle Bilder gelungen! Dass dir der Charakter des "Cooper" nicht zusagte ist sehr schade. Mit den Charakteren steht und fällt eine Geschichte immer auch, finde ich. Da verstehe ich deine Wertung total. Herzliche Grüße aus Wiesbaden, Zeilentänzerin

    • Janika
      to Zeilentänzerin

      Juni 11, 2020 at 8:43
      Antworten

      Hello! Dankeschön für deine lieben Worte. Ja, ich finde es auch superschade, aber er geht meiner Meinung nach wirklich überhaupt nicht :x Alles Liebe! Janika

  • Katharina

    Juni 10, 2020 at 14:46
    Antworten

    Oh wow, diese Rezension spiegelt einfach eins zu eins meine Meinung wieder. Ich habe das Buch (bis auf June, die ich nicht mochte :D) genauso empfunden wie du. Andie mochte ich als Erzählerin so gerne, aber Cooper war echt eine Katastrophe und solche Szenen wie aus dem Prolog haben mir […] Read MoreOh wow, diese Rezension spiegelt einfach eins zu eins meine Meinung wieder. Ich habe das Buch (bis auf June, die ich nicht mochte :D) genauso empfunden wie du. Andie mochte ich als Erzählerin so gerne, aber Cooper war echt eine Katastrophe und solche Szenen wie aus dem Prolog haben mir dann auch Andie etwas unsympathischer gemacht, weil ich auch einfach nicht nachvollziehen konnte, was an dem Date so schlimm war? Und ich habe halt auch Null verstanden was sie an Cooper findet. Dafür fand ich umso schöner, dass sie im zwischendrin mal die Meinung gesagt hat. Und eigentlich fand ich bei Truly so cool, dass es ein New Adult Buch ohne Sexszenen war und dann kam das Ende und ich habe mich nur gefragt wieso einem das jetzt noch aufgetischt werden musste und dann gleich zweimal. Ich habe selten ein so seltsames Ende gelesen, es passte von der Geschwindigkeit einfach gar nicht zum Rest des Buches fand ich. Jedenfalls eine richtig tolle Rezension, ich freue mich irgendwie auch mal nicht nur 5 Sterne Bewertungen zu diesem Buch zu sehen, man kriegt ja immer schnell das Gefühl man ist fast die einzige die das Buch nicht soo mochte :D Alles Liebe, Katharina Read Less

    • Janika
      to Katharina

      Juni 10, 2020 at 15:12
      Antworten

      Liebe Katharina, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich muss auch sagen, dass ich mich etwas freue, wenn ich mitbekomme, dass jemand das Buch nicht hyped. Man fühlt sich ja doch etwas alleine bei solchen Büchern. Und ja, ich verstehe auch nicht, wieso dieses Date auf einmal zu so einer […] Read MoreLiebe Katharina, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich muss auch sagen, dass ich mich etwas freue, wenn ich mitbekomme, dass jemand das Buch nicht hyped. Man fühlt sich ja doch etwas alleine bei solchen Büchern. Und ja, ich verstehe auch nicht, wieso dieses Date auf einmal zu so einer Katastrophe wurde und sie draußen im Regen weinen muss. Das war so viel Drama. Und Cooper ... jup, ich glaub, da hab ich auch schon genug zu gesagt. Ich find ihn blöd. Fertig. Ich war auch ganz angetan, dass es keine Sexszene in Truly gab und dann kam das Ende. Seltsam trifft es da auch wirklich. Der Epilog hat mich auch vollkommen aus dem Konzept gebracht, weil ich damit gerechnet habe, dass die zwei zumindest noch ein ordentliches Gespräch führen würden. Alles Liebe. Janika Read Less

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